Energiepreis Watt d"Or für Eawag

Energiepreis Watt d?Or für Eawag

Energiepreis Watt d?Or für Eawag

Ein nachhaltiger Umgang mit Wasser spart Energie. Mit dieser Botschaft hat die Wasserversorgung der Tessiner Gemeinde Gordola heute in der Kategorie «Gesellschaft» den renommierten Watt d’Or 2010 des Bundesamtes für Energie gewonnen. Mitbeteiligt an diesem Erfolg ist die Eawag - sie hat mit verschiedenen Forschungs- und Beratungsprojekten die Gemeinde in ihren Bestrebungen für eine moderne, dem Gedanken der Nachhaltigkeit verpflichtete Wasserversorgung unterstützt. Bruno Storni, der verantwortliche Gemeinderat aus Gordola formuliert es so: «Einzelne Teile der heutigen Anlage hätten wir sicher auch mit privaten Büros planen können. Das machen wir heute auch mit Erfolg. Doch der innovative Ansatz mit der Berücksichtigung der Verbraucher- und der Versorgerseite wäre ohne das Know-how aus der Eawag nicht zustande gekommen». Heute Abend kann Bruno Storni zusammen mit Rik Eggen (Stv. Eawag-Direktor) und Hans Balmer - er hat die Eawag-Arbeiten in Gordola betreut - den undotierten Preis im Berner Kursaal aus den Händen von Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer Wyss in Empfang nehmen.

Verluste minimiert - Strom gespart

Den Anfang der Eawag-Arbeiten machten eine Bestandesaufnahme und eine systematische Suche nach Lecks im Verteilnetz. So konnten die horrenden Wasserverluste von rund 500 m3/Tag um über 80% reduziert worden. «Allein damit haben wir jährlich rund 120’000 kWh Strom gespart, der nicht mehr zum Pumpen benötigt wird», sagt Storni. Zudem konnten oberhalb der Wohnhäuser am Berg alte Quellen saniert und reaktiviert werden; so muss nochmals weniger (Grund-)Wasser aus der Magadinoebene hochgepumpt werden. Storni rechnet vor: «Wenn nur 50% aller Netzverluste der Schweizer Wasserversorger vermieden würden, wäre das eine Energieeinsparung von 20 GWh/a. Das ist 25 mal die Produktion der grössten Schweizer Solaranlage auf dem Dach des Stade de Suisse in Bern.»

Gordola spart nicht nur Strom, sondern nutzt neu die Höhendifferenz in der Hauptwasserleitung von 250 Metern zur Produktion von Ökostrom, der den Bedarf von rund 40 Haushalten deckt.

Spitzenverbrauch reduzieren

Die Eawag-Analyse hat gezeigt, dass der Spitzenverbrauch in Gordola (wie in vielen Gemeinden) einzig auf die Bewässerung von Rasen und Gärten sowie auf das gleichzeitige Befüllen von Swimming-Pools zurückgeführt werden kann. Diese Spitzen treten nur an wenigen Sommertagen auf. Mit einer gezielten Information und progressiven Tarifen konnte Gordola bereits eine Reduktion der Spitzen erreichen. Pools dürfen nur noch nachts und nach Plan befüllt werden. Mit einzelnen Grossverbrauchern werden individuelle Lösungen gesucht - so zum Beispiel mit einem Gartenbaubetrieb, der neu an die Bewässerungsleitung des Fussballplatzes angeschlossen wird, die nicht mit Trinkwasser gespeist wird.

Nicht mit Wasser knausern, aber Ressourcen intelligent nutzen

Das Wort Wassersparen hat in der wasserreichen Schweiz immer noch vielerorts einen negativen Klang. «Dabei», so Rik Eggen, «ist ein intelligenter Umgang mit Wasser im wahrsten Sinne nachhaltig. Ohne Komforteinbusse und ohne Knausern können mehrfach Ressourcen geschont werden.» In Gordola haben die von der Eawag vorgeschlagenen Massnahmen dazu geführt, dass die Gemeinde auf ein ursprünglich sehr grosszügig geplantes 15-Millionen-Ausbauprojekt verzichten konnte. Mit deutlich weniger Investitionen wurde eine klar bessere Lösung erzielt. «Das ist echte Nachhaltigkeit», sagt Eggen, «denn weniger Wasserverbrauch bedeutet nicht nur weniger Energieaufwand zum Pumpen und Aufbereiten von Trinkwasser, sondern verursacht auch weniger Abwasser und ist automatisch gekoppelt an einen tieferen Warmwasserverbrauch - mit entsprechend weniger Energieverbrauch in den Haushalten.»

Weitere Bilder; © Eawag; honorarfreie Verwendung nur in Zusammenhang mit einer Berichterstattung zum Watt d’Or 2010; keine Archivierung.

Bruno Storni im Sommer 2009 auf der Baustelle des neuen
Reservoirs, wo auch das Trinkwasserkraftwerk installiert wird.

Bruno Storni im neuen Reservoir.

Reservoir II, Gordola

Die gestaffelte Befüllung von Swimmingpools hilft heute
in Gordola TI (Bild) Verbrauchsspitzen zu reduzieren.