ETH Zürich veröffentlicht Untersuchungsbericht

Im Zusammenhang mit der beantragten Entlassung einer Astronomie-Professorin zitierten einzelne Medienschaffende mehrfach interne und vertrauliche Dokumente aus dem laufenden Verfahren. Aufgrund des gestiegenen öffentlichen Interessens und aus Gründen der Transparenz sowie der Fairness hat die ETH Zürich sich entschieden, den Abschlussbericht der Administrativuntersuchung sowie die Empfehlung der einberufenen Kommission in anonymisierter Form zu veröffentlichen.

Die ETH Zürich hat vor einigen Wochen beim ETH-Rat die Entlassung einer Professorin des ehemaligen Instituts für Astronomie beantragt ( vom 14.03.2019). Grundlage für diesen Entscheid bildete sowohl der Abschlussbericht der von einem unabhängigen externen Untersuchungsführer geführten Administrativuntersuchung als auch die Beurteilung durch die aus drei internen und drei externen Professorinnen und Professoren zusammengesetzten Kommission zur überprüfung der Angemessenheit der Entlassung. Ausschlag für den Entscheid der Schulleitung gab neben dem festgestellten schwerwiegenden Fehlverhalten über einen längeren Zeitraum vor allem die Tatsache, dass sich die Professorin im ganzen Verfahren uneinsichtig zeigte und sich auch heute noch keines Fehlverhaltens bewusst ist.

Die entsprechenden Dokumente können hier in anonymisierter Form heruntergeladen werden:

Die Publikation dieser Dokumente erfolgt bereits jetzt und nicht wie angekündigt nach Abschluss des Entlassungsverfahrens. Dies, nachdem nicht nur der Abschlussbericht der Administrativuntersuchung, sondern auch viele Akten, die als Grundlage für diesen Bericht dienten, verschiedenen Medien vorliegen und ausführlich daraus zitiert wurde. Dadurch ist das öffentliche Interesse gestiegen und gleichzeitig eine unwillkommene Informationsasymmetrie entstanden. Dieser will die ETH Zürich mit der vorgezogenen Publikation von Abschlussbericht und Empfehlung der Kommission entgegenwirken.

Die ETH Zürich setzt künftig alles daran, um eine Eskalation von Konflikten zu vermeiden, bevor sie in aufwändigen juristischen Verfahren wie einer Administrativuntersuchung oder im Extremfall einem Entlassungsverfahren münden. Wie bereits an der Medienkonferenz vom 14. März 2019 kommuniziert, passt die ETH Zürich daher ihre Strukturen und Prozesse an und lanciert ein umfangreiches Massnahmenpaket zur Verbesserung der Führungsund Betreuungssituation an der Hochschule. Den dringendsten Handlungsbedarf sieht die Schulleitung dabei in den Bereichen Prävention und Führung sowie in der konkreten Behandlung von Konfliktsituationen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Betreuung von Doktorierenden.