«Falling Walls 2020»: Drei Empa-WissenschaftlerInnen im Finale

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Die drei Finalisten: Marie-Claude Bay, Tanmay Dutta und Jing Wang, Bilder: Empa,

Die drei Finalisten: Marie-Claude Bay, Tanmay Dutta und Jing Wang, Bilder: Empa, ETH Zürich

Anlässlich des Jahrestags des Berliner Mauerfalls am 9. November werden dieses Jahr wieder verschiedene WissenschaftlerInnen geehrt, die mit ihrer Forschung einen besonderen Durchbruch erreicht haben. Unter den 600 Finalisten der «Falling Walls Conference» sind dieses Jahr drei WissenschaftlerInnen der Empa.

Seit dem 20. Jahrestag des Berliner Mauerfalls findet alljährlich eine Konferenz statt, um wissenschaftliche Durchbrüche zu prämieren, die in Forschung und Gesellschaft Mauern einreissen könnten. Führende wissenschaftliche Institutionen aus aller Welt haben auch dieses Jahr wieder ihre Durchbrüche in zehn verschiedenen Kategorien eingereicht - Life Sciences, Physical Sciences, Engineering & Technology, Social Sciences and Humanities, Science in the Arts, Digital Education, Science and Innovation Management, Emerging Talents, Science Start-Ups, Science Engagement Initiatives. Daraus wurden 600 Finalisten nominiert, unter denen eine Wissenschaftlerin und zwei Wissenschaftler der Empa und der ETH Zürich sind.

Marie-Claude Bay aus der Abteilung «Materials for Energy Conversion» und Tanmay Dutta aus der Abteilung «Magnetic and Functional Thin Films» sind Finalisten in der Kategorie «Emerging Talents». Jing Wang aus der Empa-Abteilung «Advanced Analytical Technologies», der auch eine Professur an der ETH Zürich innehat, ist Finalist in der Kategorie «Engineering & Technology».

Marie-Claude Bay sucht in ihrer Forschung nach einem Verfahren, um neuartige Festkörperbatterien ultraschnell und gleichzeitig sicher zu laden. In der neuen Empa-Festkörperbatterie soll der (feste) keramische Elektrolyt durch eine Wärmebehandlung so gereinigt werden, dass eine optimale Grenzfläche zwischen Anode und Elektrolyt entsteht. Erst diese hochreine Oberfläche des Elektrolyten ermöglicht einen extrem schnellen Ladevorgang, d.h. eine möglichst widerstandsarme Bewegung der Ionen zwischen Kathode und Anode.

Tanmay Duttas Forschung soll dazu beitragen, riesige Datenmengen zu speichern, die wir heute und in Zukunft beispielsweise mit künstlicher Intelligenz vermehrt benötigen - mit möglichst geringem Verlust und in der kleinstmöglichen und schnellstmöglichen physikalischen Form. Skyrmionen sind spezielle nanomagnetische Strukturen, die die Grundlage für eine zukünftige Datenspeicherung sein könnten. Diese sind jedoch oft instabil und verformen sich, was einen Datenverlust sowie Latenz (langsamere Datenübertragung) mit sich bringt. Durch die Erforschung neuartiger ferrimagnetischer Skyrmione könnten diese Probleme bald überwunden werden.

Jing Wangs Forschungsgruppe entwickelte einen optischen Sensor, um SARS-CoV2-Viren in der Luft zu detektieren. Damit sollen die Verbreitungswege des Virus besser verstanden und quantifiziert und Frühwarnsysteme etabliert werden können.

Zwischen 1. und 10. November finden im Rahmen der «Berlin Science Week» zahlreiche digitale Diskussionsrunden und Vorträge aus diversen wissenschaftlichen Bereichen statt. Für die einzelnen Events kann man sich online registrieren und teilnehmen.

Die Gewinner werden am Mittwoch, 4. November bekanntgegeben. Am 9. November präsentieren sie ihre Durchbrüche beim Grande Finale.