Finanzstärke von BASF unterstützt Vorschlag einer stabilen Dividende für das Geschäftsjahr 2023 von 3,40 Euro je Aktie

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  • EBITDA vor Sondereinflüssen: 7,7 Milliarden Euro (minus 28,7 Prozent)
  • Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit von 8,1 Milliarden Euro (plus 5,2 Prozent); Free Cashflow von 2,7 Milliarden Euro (minus 18,5 Prozent)


Ausblick 2024:
  • EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 8,0 Milliarden und 8,6 Milliarden Euro erwartet
  • Free Cashflow zwischen 0,1 Milliarden und 0,6 Milliarden Euro erwartet wegen vorübergehend höherer Investitionsausgaben
  • Weiteres Programm für Standort Ludwigshafen mit jährlichen Kosteneinsparungen von 1 Milliarde Euro bis Ende 2026 angekündigt


In einem von wirtschaftlicher Unsicherheit geprägten Marktumfeld erzielte die BASF-Gruppe im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von 68,9 Milliarden Euro gegenüber 87,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Ausschlaggebend für die Umsatzentwicklung waren deutlich niedrigere Preise und Mengen. Insbesondere gesunkene Rohstoffpreise führten zu geringeren Preisen in nahezu allen Segmenten. Der Absatz sank in allen Segmenten infolge einer schwachen Nachfrage aus vielen Abnehmerbranchen. Dennoch hat BASF wirtschaftliche Stärke gezeigt mit einem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit, der gegenüber dem Vorjahr um 5,2 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro gesteigert wurde. Das Unternehmen hatte bereits am 19. Januar 2024 vorläufige Zahlen für das Gesamtjahr 2023 vorgelegt. BASF-Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Brudermüller und Finanzvorstand Dr. Dirk Elvermann erläuterten heute den Geschäftsverlauf des Jahres 2023 und kündigten ein weiteres Programm für den Standort Ludwigshafen mit zusätzlichen jährlichen Kosteneinsparungen von 1 Milliarde Euro bis Ende 2026 an. Dieses kommt zu dem bereits laufenden Kosteneinsparprogramm in nicht-produktionsbezogenen Einheiten mit Fokus auf Europa und der Anpassung der Produktionsstrukturen in Ludwigshafen hinzu.

Ergebnisentwicklung der BASF-Gruppe im Jahr 2023

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen ging im Geschäftsjahr 2023, verglichen mit dem Vorjahreswert, um 3,1 Milliarden Euro auf 3,8 Milliarden Euro zurück, vor allem aufgrund eines deutlich geringeren Ergebnisbeitrags von Chemicals und Materials. Bei Chemicals sank das EBIT vor Sondereinflüssen im Wesentlichen aufgrund geringerer Margen und Mengen sowie niedrigerer Beiträge der at Equity bilanzierten Beteiligungen. Im Segment Materials nahm das Ergebnis vor allem infolge geringerer Polyamidund Ammoniak-Margen ab. Das EBIT vor Sondereinflüssen der Segmente Nutrition & Care und Industrial Solutions lag insbesondere infolge niedrigerer Mengen und Margen deutlich unter dem Vorjahreswert. Agricultural Solutions steigerte das EBIT vor Sondereinflüssen hingegen stark, vorwiegend aufgrund von Preiserhöhungen sowie einer erhaltenen Einmalzahlung. Das leichte Ergebniswachstum von Surface Technologies war auf das preisund mengenbedingt deutlich höhere EBIT vor Sondereinflüssen von Coatings zurückzuführen, welches den erheblichen Ergebnisrückgang von Catalysts Überkompensierte. Sonstige verbesserte das EBIT vor Sondereinflüssen deutlich, hauptsächlich infolge von höheren Erträgen aus sonstigen Geschäften sowie geringeren Kosten für die Konzernforschung.

Das gebuchte EBIT der BASF-Gruppe lag 2023 bei 2,2 Milliarden Euro; der starke Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert resultierte vor allem aus Sondereinflüssen in Höhe von minus 1,6 Milliarden Euro. Sonderaufwendungen ergaben sich insbesondere aus ausserplanmässigen Abschreibungen in Höhe von insgesamt rund 1,1 Milliarden Euro. Diese umfassten Wertberichtigungen auf Sachanlagen im Segment Surface Technologies und im Segment Agricultural Solutions sowie auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen im Segment Materials.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag im Jahr 2023 mit 7,7 Milliarden Euro um 3,1 Milliarden Euro unter dem Wert des Jahres 2022; das gebuchte EBITDA verringerte sich um 3,6 Milliarden Euro auf 7,2 Milliarden Euro. Das Ergebnis nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen erhöhte sich um 852 Millionen Euro auf 225 Millionen Euro nach minus 627 Millionen Euro im Jahr 2022.

Cashflow der BASF-Gruppe im Jahr 2023 und Finanzkennzahlen zum 31. Dezember 2023

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit im Gesamtjahr 2023 betrug 8,1 Milliarden Euro nach 7,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Diese Verbesserung resultierte insbesondere aus dem Mittelzufluss aus dem Nettoumlaufvermögen. Allein aus dem Abbau der Vorräte wurden im Jahr 2023 Mittel in Höhe von 1,9 Milliarden Euro freigesetzt. Der Free Cashflow, der sich nach Abzug der Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen vom Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit ergibt, belief sich im Jahr 2023 auf 2,7 Milliarden Euro nach 3,3 Milliarden Euro im Vorjahr.

Die Nettoverschuldung lag zum 31. Dezember 2023 mit 16,6 Milliarden Euro nahezu auf dem Wert zum Vorjahresende von 16,3 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalquote zum Jahresende 2023 erreichte mit 47,3 Prozent nahezu den Wert von 48,4 Prozent zum 31. Dezember 2022. «Die sehr solide Eigenkapitalquote und starke Cash-Performance sind Belege für die anhaltende Finanzkraft der BASF, auch in herausfordernden Zeiten», so Elvermann.

Dividendenvorschlag von 3,40 Euro je Aktie

Der Hauptversammlung soll eine Dividende auf dem Niveau des Vorjahres von 3,40 Euro je Aktie vorgeschlagen werden; dies entspricht einer Ausschüttung von 3,0 Milliarden Euro an die Aktionäre der BASF SE. Auf Basis des Jahresschlusskurses 2023 bietet die BASF-Aktie mit diesem Dividendenvorschlag eine hohe Dividendenrendite von 7,0 Prozent. BASF gehört dem Aktienindex DivDAX an, der die 15 Unternehmen mit den höchsten Dividendenrenditen im DAX 40 enthält.

Ergebnis am Standort Ludwigshafen 2023 weiter verschlechtert

Im Jahr 2023 ging das EBIT vor Sondereinflüssen in einem extrem schwierigen Marktumfeld mit schwacher Nachfrage in allen Regionen im zweistelligen Prozentbereich zurück. «In absoluten Zahlen haben unsere Teams jedoch in allen wichtigen Ländern einen positiven Ergebnisbeitrag geliefert - mit Ausnahme von Deutschland», so Brudermüller. Das Ergebnis in Deutschland litt dabei unter dem deutlich negativen Ergebnis am grössten Produktionsstandort Ludwigshafen. Hierfür gibt es zwei wesentliche Gründe: Das vorübergehend nachfrageschwache Umfeld beeinträchtigt die Mengenentwicklung sowohl im Upstreamals auch im Downstream-Geschäft. Ausserdem belasten höhere Produktionskosten aufgrund strukturell höherer Energiepreise vor allem das Upstream-Geschäft von BASF.

Brudermüller: «Diese Situation zeigt zum einen, dass die BASF-Gruppe insgesamt unter weltweit schwierigen Bedingungen absolut wettbewerbsfähig und gesund ist. Zum anderen verdeutlicht das negative Ergebnis an unserem Standort Ludwigshafen, dass es dringend notwendig ist, hier weitere entschlossene Massnahmen zur Verbesserung unserer Wettbewerbsfähigkeit vorzunehmen.»

Bereits 2022 Kosteneinsparprogramm initiiert

Im Oktober 2022 hatte BASF als eines der ersten Chemieunternehmen ein signifikantes Kosteneinsparprogramm initiiert und im Februar 2023 mit einem konkreten Massnahmenpaket zur Kosteneinsparung in Bereichen ausserhalb der Produktion in Europa und zur Anpassung der Produktionsstrukturen am Standort Ludwigshafen begonnen. Wie in der BASF-Berichterstattung zum dritten Quartal 2023 bestätigt, sollen die jährlichen Kosteneinsparungen durch alle zuvor angekündigten Massnahmen bis Ende 2026 insgesamt 1,1 Milliarden Euro erreichen. Ende 2023 ist bereits eine jährliche Ersparnis von rund 600 Millionen Euro erzielt worden. Aus diesen bereits im Oktober 2022 beziehungsweise Februar 2023 angekündigten Massnahmen werden ab Ende 2026 weitere jährliche Kosteneinsparbeiträge von 500 Millionen Euro hinzukommen.

Zusätzliche Massnahmen am Standort Ludwigshafen notwendig

Durch ein zusätzliches Kosteneinsparprogramm sollen die Kosten am Standort Ludwigshafen bis Ende 2026 jährlich um eine weitere Milliarde Euro gesenkt werden. Das Programm wird Kosteneinsparungen sowohl in der Produktion als auch in den Bereichen ausserhalb der Produktion bringen. Die Fixkosten sollen durch Effizienzsteigerungen in den Unternehmensstrukturen gesenkt und die Produktionskapazitäten den Markterfordernissen angepasst werden. Ausserdem strebt das Unternehmen eine deutliche Reduzierung der variablen Kosten durch die Neugestaltung von Prozessen an. Brudermüller: «Mit dem Programm wird deshalb leider auch ein weiterer Stellenabbau verbunden sein.» Details werden derzeit erarbeitet. Die Arbeitnehmervertreter werden in den weiteren Prozess eng mit einbezogen.

Neben den notwendigen Kostensenkungen wird BASF alles daransetzen, die Auslastung der wettbewerbsfähigen Anlagen in Ludwigshafen wieder deutlich zu erhöhen. Um hier solide Erträge zu erwirtschaften, braucht das Unternehmen zusätzliche Deckungsbeiträge aus einer Anlagenauslastung auf Normalniveau. Besonders die Upstream-Anlagen in den Segmenten Chemicals und Materials arbeiten derzeit am Standort Ludwigshafen mit geringen Auslastungsraten deutlich unter Normalniveau.

Parallel zu diesem heute angekündigten kurzfristigen Programm wird der Vorstand die längerfristige Positionierung des Standortes Ludwigshafen aktualisieren. Dieses Zielbild für das Stammwerk Ludwigshafen wird in der zweiten Jahreshälfte vorgestellt. Dabei werden sowohl die regulatorischen Rahmenbedingungen als auch die veränderten Marktrealitäten in Europa und Deutschland berücksichtigt werden.

Brudermüller: «Das Vorstandsteam wird sich weiterhin stark für den Standort Ludwigshafen engagieren. Wir wollen Ludwigshafen zum führenden CO2-armen Chemiestandort mit hoher Profitabilität und Nachhaltigkeit entwickeln. Wir werden Ludwigshafen auf die Belieferung des europäischen Markts ausrichten, um für unsere Kunden der Partner der Wahl zu bleiben. Dafür ist eine konsequente und möglichst schnelle Umsetzung des Programms erforderlich. Zugleich treiben wir unser Geschäft in den Regionen der Welt, die dynamischer wachsen und über attraktive Rahmenbedingungen für Investitionen verfügen, konsequent voran.»

Ausblick 2024 für die BASF-Gruppe

BASF erwartet, dass die Schwäche der weltwirtschaftlichen Dynamik aus dem Jahr 2023 sich 2024 noch fortsetzen wird. Das Wachstum wird sich voraussichtlich erst im weiteren Laufe des Jahres etwas verstärken, so dass BASF für die Weltwirtschaft im Jahr 2024 insgesamt ein Wachstum von 2,3 Prozent erwartet (2023: plus 2,6 Prozent). In Europa bremsen weiterhin die vergleichsweise hohen Energiepreise und ungünstige Rahmenbedingungen für industrielle Wertschöpfung die wirtschaftliche Entwicklung.

BASF geht ausserdem davon aus, dass die globale Industrieproduktion voraussichtlich um 2,2 Prozent wachsen wird (2023: plus 1,4 Prozent). Die globale Chemieproduktion wird im Jahr 2024 mit 2,7 Prozent voraussichtlich stärker zulegen (2023: plus 1,7 Prozent). Dies wird vor allem von dem erwarteten Wachstum der chinesischen Chemieindustrie getragen sein. BASF rechnet mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 80 US-Dollar/Barrel Brent und einem Wechselkurs von 1,10 US-Dollar/Euro.

Die BASF-Gruppe wird das EBITDA vor Sondereinflüssen im Jahr 2024 voraussichtlich auf einen Wert zwischen 8,0 Milliarden Euro und 8,6 Milliarden Euro steigern (2023: 7,7 Milliarden Euro). BASF prognostiziert einen Free Cashflow für die BASF-Gruppe zwischen 0,1 Milliarden Euro und 0,6 Milliarden Euro (2023: 2,7 Milliarden Euro). Dieser ergibt sich aus einem erwarteten Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit von 6,6 Milliarden Euro bis 7,1 Milliarden Euro abzüglich erwarteter Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 6,5 Milliarden Euro. Der hohe investitionsbedingte Mittelabfluss resultiert im Wesentlichen aus den Investitionen in den neuen Verbundstandort in China, die im Jahr 2024 ihren absoluten Höhepunkt erreichen und in den Folgejahren sinken werden.

Die CO2-Emissionen werden sich im Jahr 2024 voraussichtlich zwischen 16,7 Millionen Tonnen bis 17,7 Millionen Tonnen bewegen (2023: 16,9 Millionen Tonnen). Das Unternehmen erwartet im Vergleich zum Vorjahr Mehremissionen aufgrund höherer Produktionsmengen auf Basis einer steigenden Nachfrage. Mit gezielten Emissionsminderungsmassnahmen, wie beispielsweise der Erhöhung der Energieeffizienz und Prozessoptimierungen sowie der weiteren Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energien, wird BASF diesem Anstieg entgegensteuern.