Frauen in der Wissenschaft - Frauen an der Eawag

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Foto: Jonas Steiner

Foto: Jonas Steiner

Heute ist der internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft. Schon seit langem legt die Eawag grossen Wert auf das Engagement von Frauen und die Förderung weiblicher Karrieren.

Mit dem heutigen internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft setzt sich die UNO dafür ein, Karrieren von Forscherinnen zu fördern. Das Potenzial ist gross, denn Frauen sind noch immer untervertreten. Warum eigentlich? Nele Schuwirth, Abteilungsleiterin am Wasserforschungsinstitut Eawag, sieht die Gründe dafür vor allem in den Strukturen. «Um exzellente Forschende halten zu können, müssen wir anerkennen, dass sie neben der Arbeit zusätzliche Ziele im Leben haben, wie etwa eine Familie zu gründen», sagt Schuwirth.

«Um exzellente Forschende halten zu können, müssen wir anerkennen, dass sie neben der Arbeit zusätzliche Ziele im Leben haben.»

Die Realität sieht so aus, dass eine wissenschaftliche Karriere - insbesondere auf den ersten Stufen von Dissertation und Post-Doc - mit sehr grossem Aufwand und Engagement verbunden ist. Dies korreliert mit dem Wunsch vieler junger Paare, Teilzeit zu arbeiten. Die Eawag unterstützt daher Forscherinnen im «Tailwind»-Programm mit dem nötigen Rückenwind, um nach der Mutterschaft in einem Teilzeit-Pensum an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Das Programm hat sich etabliert und wird rege in Anspruch genommen.

Eawag ist gut aufgestellt

Mit einem Frauenanteil von 50 Prozent in der Belegschaft und 46 Prozent bei den Wissenschaftlerinnen, ist die Eawag eine frauenfreundliche Arbeitgeberin. Frauen und Männer sind beim Lohn gleichgestellt, wie regelmässige Analysen belegen, und mit 34 Prozent liegt der Anteil von Frauen in Führungspositionen auf relativ hohen Niveau. Natalie Lerch-Pieper, Chancengleichheitsbeauftragte an der Eawag, sieht mehrere Gründe für den Erfolg: Einerseits sei die Eawag im Gegensatz zu anderen Institution im ETH-Bereich ein wenig im Vorteil, weil die Forschungsschwerpunkte eher auf Fachbereiche ausgerichtet sind, die traditionell mehr Frauen anziehen.

«Uns ist es gelungen, das Thema Chancengleichheit auf verschiedenen Ebenen in der Institution zu verankern.»

Natalie Lerch-Pieper, Chancengleichheitsbeauftragte

«Vor allem ist es uns aber auch gelungen, das Thema Chancengleichheit auf verschiedenen Ebenen in der Institution zu verankern und die nötigen Strukturen zu schaffen», erklärt Lerch-Pieper. «Wir sensibilisieren die Mitarbeitenden und neue Führungskräfte dafür, wo geschlechtsspezifische Vorurteile ein Rolle spiele könnten und wie wir dem entgegenwirken können.»

Ein grosser Vorteil sei es für die Eawag auch, dass mit Gabriele Mayer, Tove Larsen und der Direktorin Janet Hering drei von sieben Direktionsmitglieder weiblich sind, so Lerch-Pieper. Frauen pflegen nämlich oft weiblichere Netzwerke als Männer. «Der sogenannte Glass ceiling effect beruht unter anderem darauf, dass Frauen nicht gefördert werden, weil man in männlich geprägten Netzwerken nicht an sie denkt.»

Karriereförderung

Um Frauen gezielt zu fördern, engagiert sich die Eawag zudem im Fix-the-Leaky-Pipeline-Programm des ETH-Bereichs. Junge Wissenschaftlerinnen, die eine Forschungskarriere anstreben, erhalten Unterstützung in Form von Kurs-, Mentoringund Coaching-Angeboten, um ihre Laufbahn aktiv zu planen und um ihr Netzwerk zu erweitern. Mit dem CONNECT-Programm, an dem sich die Eawag beteiligt, werden Brücken zur Industrie, zur Privatwirtschaft und Institutionen der öffentlichen Hand geschlagen, um Wissenschaftlerinnen auch diesen Karriereweg stärker zu eröffnen.

Und eigentlich seien gerade Frauen als Brückenbauerinnen prädestiniert, findet Kathrin Fenner, Gruppenleiterin an der Eawag und Professorin an der Universität Zürich: «Oft balancieren Wissenschaftlerinnen viele verschiedene Ansprüche in ihrem Leben», sagt sie. «Ich denke, dass ihnen dies die Einund Weitsicht gibt, gute Wissenschaft und Wissenschaft zum Wohle aller zu pflegen.»

«Wissenschaftlerinnen balancieren viele Ansprüche in ihrem Leben. Ich denke, dass ihnen dies die Einund Weitsicht gibt, gute Wissenschaft und Wissenschaft zum Wohle aller zu pflegen.»