Freiburger Forschende international erfolgreich

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Mit Beginn des Herbstsemesters bietet die Universität Freiburg einen einzigartigen Bachelor in Rechtswissenschaften als Teilzeitstudium. Die Nominierung einer Professorin am prestigeträchtigen Collège de France zeugt vom Renommee der hiesigen Universität. Und auch weitere Forschende können Erfolge ausweisen.

Rund 10'000 Studierende kommen für das Herbstsemester 2019 wieder an die Universität Freiburg. Zum ersten Mal können jene der Rechtswissenschaften ihr Bachelor-Studium auch Teilzeit absolvieren. Damit ist die Freiburger Fakultät die erste in der Schweiz, die ein Präsenzstudium im Teilzeitmodus als besonderes Programm anbietet. Die Universität Freiburg will damit Personen den akademischen Weg ermöglichen, die sich beispielsweise in der Kunst, im Sport oder in der Politik engagieren oder aber Familienarbeit leisten. Das Masterstudium kann bereits heute im Teilzeitmodus absolviert werden, der Unterschied zum Vollzeitmodus besteht in der Studiendauer.

Samantha Besson bekommt Lehrstuhl am Collège de France
Ab dem 1. Oktober 2019 wird Professorin Samantha Besson den neu geschaffenen Lehrstuhl für Internationales Recht der Institutionen (’Droit international des institutions’) am Collège de France in Paris innehaben. Sie wurde durch die Versammlung der Professorinnen und Professoren gewählt. Zudem wird sie weiterhin Teilzeit an der Universität Freiburg lehren, wo sie seit 2005 Inhaberin des französischsprachigen Lehrstuhls für Völkerrecht und Europarecht ist. Das Collège de France ist eine weltweit einzigartige öffentliche Bildungsinstitution für Forschung und Lehre. Es geniesst das höchste Prestige aller wissenschaftlichen Einrichtungen Frankreichs und seine Vorlesungen sind für alle gratis zugänglich.

Von der Beliebtheit der Freiburger Professoren zeugt auch die Wahl von Pascal Pichonnaz zum Zweiten Vizepräsidenten des European Law Institute (ELI). Der ehemalige Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät ist damit Mitglied des Exekutivkomitees. Das ELI ist eine unabhängige einflussreiche Non-Profit-Organisation im Bereich der Entwicklung europäischen Rechts und das Pendant zum American Law Institute.

Europäische Zuschüsse für Spitzenforschung
Professor Ullrich Steiner erhielt vom Europäischen Forschungsrat einen der begehrten ERC Advanced Grants. Der Lehrstuhl-Inhaber für die Physik weicher Materie am Adolphe Merkle Institut kann mit den 2,5 Mio. Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren das Verständnis von Strukturfarbe in der Natur forschen.

Pflanzen und Insekten mit scheinbar ungeordneten Strukturen gelingt es, schimmernde Farbeffekte zu erzeugen. Im Gegensatz zu Pigmenten verblassen diese nicht über die Zeit. Die Forschergruppe wird nun eingehend solche komplexen Nanostrukturen untersuchen und mögliche Regeln für einfache Herstellungsprozesse beschreiben. Im Idealfall können solche Eigenschaften für Sicherheitsmerkmale auf Banknoten, Verpackungen oder Etiketten nützlich sein oder sogar dazu verwendet werden, pigmentfreie Farben in Lebensmitteln zu erzeugen.

Weitere Zuschüsse erhielten Dr. Marco Capogrosso (ERC Starting Grant) von der Abteilung Medizin für sein Projekt zur Wiederherstellung der Armkontrolle nach Rückenmarksverletzungen sowie Dr. Horst Machguth vom Department für Geowissenschaften, für sein Projekt zur Untersuchung des Schmelzens der grönländischen Eisdecke.

Zwei neue Masterstudiengänge zur weiteren Profilierung jetzt...
Das europaweit einzigartige Masterprogramm ’Islam und Gesellschaft’ startet im Herbstsemester 2019. Im Studium werden zentrale Fragen des muslimisch-religiösen Selbstverständnisses aufgegriffen und Perspektiven für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen erarbeitet. Dabei werden gesellschaftswissenschaftliche, theologische, historische und praktische Erkenntnisfelder zusammengeführt. Das Programm ist ein Studienangebot des Schweizerischen Zentrums für Islam und Gesellschaft, einem vom Bund unterstützten Institut der Universität Freiburg, dessen Dienstleistungen sich an Behörden, staatliche Institutionen sowie den privaten Sektor richten.

Ein weiteres Novum ist der Master in Humanmedizin. Das soeben eröffnete Gebäude auf dem Gelände des Kantonsspitals bietet beste Voraussetzungen für die jährlich 40 Studierenden. Bis anhin gab es an der Universität Freiburg den Bachelor in Humanmedizin, der die Zulassung über einen Numerus clausus einschränkt. Mit dem neuen Studiengang will der Kanton Freiburg insbesondere den Hausärztemangel bekämpfen.

... und zwei im Herbst 2020
Der Master in Environmental Sciences and Humanities dürfte planmässig im Herbstsemester 2020 starten. Der interfakultäre Studiengang soll Bachelorabsolventen diverser Fachrichtungen den Zugang erlauben. Unter anderem werden Aspekte der sozialen Gerechtigkeit in Bezug auf die Verteilung von Umweltproblemen bzw. auf den Nutzen von Umweltschutz stärker in den Blick rücken. Das dazu gegründete Institut soll sich als nationales Kompetenzzentrum mit internationaler Ausstrahlung positionieren.

Den ebenfalls zukunftsträchtigen Master in Data Analytics & Economics bietet die Universität Freiburg ab Herbst 2020 an. Der Studiengang kombiniert eine moderne Ausbildung, die den Anforderungen der Digitalisierung Rechnung trägt. Internet-Plattformen, Systeme für Produktempfehlungen und dynamische Preissetzung sind nur Beispiele für aktuelle Themen, deren Verständnis, Gestaltung und Regulierung eine wichtige Zukunftsaufgabe ist.