Gefährdung von Fischen und Krebsen hat zugenommen

Im Anschluss an die Erhebung von Daten zur Verbreitung der Fische und Krebse in der ganzen Schweiz muss ihr Gefährdungsstatus in der Verordnung zum Bundesgesetz über die Fischerei (VBGF) angepasst werden. Fische und Krebse gehören zu den am stärksten bedrohten Tieren der Schweiz. Verschlechtert hat sich namentlich der Gefährdungsstatus von Aal und Ésche. Am 15. Oktober 2019 hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) die Vernehmlassung zur Énderung des Gefährdungsstatus von 23 Fischund Krebsarten eröffnet.

Für zehn Arten hat sich der Gefährdungsstatus verschlechtert. Namentlich der Aal gilt künftig nicht mehr als «gefährdet», sondern als «vom Aussterben bedroht», und der Status der Ésche wurde von «gefährdet» zu «stark gefährdet» geändert. Die Kantone müssen zusätzliche Anstrengungen zum Schutz von Arten unternehmen, deren Situation sich verschlechtert hat. Schutzmassnahmen für stärker gefährdete Arten unterstützt der Bund verstärkt finanziell. Nur gerade für drei Arten, darunter der Karpfen und der Wels, hat sich die Situation verbessert: Statt als «gefährdet» wie bisher gelten sie neu als «potenziell gefährdet».

Die Schweiz ist verpflichtet, die grosse und bedrohte Vielfalt an Fischen und Krebsen zu erhalten. Damit dies gelingt, müssen die Gewässerökosysteme eine ausreichende Qualität aufweisen. Die Renaturierung von Gewässern, Massnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität sowie die Bewahrung der wenigen noch unberührten Gewässer tragen dazu bei.

Falls die vorgeschlagenen Énderungen angenommen werden, zählt Anhang 1 der Verordnung zum Bundesgesetz über die Fischerei neu 73 Fischund Krebsarten. Davon sind neun bereits ausgestorben, vierzehn vom Aussterben bedroht, zehn stark gefährdet, zwölf gefährdet und neun potenziell gefährdet. Damit sind nur ein Viertel (vierzehn Arten) der einheimischen Fischund Krebsarten nicht gefährdet. Bei fünf Arten reicht die Datenlage für die Zuweisung eines Gefährdungsstatus nicht aus.

Die Vernehmlassung dauert bis zum 29.01.2020.