Geldüberweisungen in die Heimat

Ein Team von Forschenden der Universitäten Zürich und Luzern hat untersucht, wieviel Geld Zugewanderte aus Europa in der Schweiz in ihre Herkunftsländer senden. Die Studie zeigt: Häufigkeit und Beträge der Überweisungen variieren stark je nach Nationalität.

Die Schweiz ist eines der Länder, aus denen Zugewanderte aus Europa am häufigsten Gelder in ihre Heimatländer Überweisen. Diese sogenannten Remissen können zur Unterstützung von Verwandten und Freunden eingesetzt werden, aber auch für eigene Zwecke wie beispielsweise einen Immobilienerwerb. Das Forscherteam, an dem u.a. Dr. Patrick Schenk , Forschungs­mitarbeiter am Soziologischen Seminar der Universität Luzern, beteiligt ist, hat die Remissen aus der Schweiz in andere europäische Länder im Rahmen des vom SNF geförderten Projektes TRANSSWISS untersucht.

Personen aus Grossbritannien zum Beispiel Überweisen demnach jährlich rund 4000 Franken, während es bei Personen aus Bosnien-Herzegowina nur rund 324 Franken sind. Weiter würden Personen aus Deutschland weniger oft Überweisungen tätigen, Personen aus Portugal besonders häufig. Die Überweisung von Geldern ins Heimatland sei laut Studie kein Anzeichen für eine misslungene Integration in der Schweiz, sondern hänge von moralischen Normen und Verpflichtungen ab. Die Identifikation mit der Schweiz, dem Heimatland, die wahrgenommene Diskriminierung oder Kenntnisse der Schweizer Landessprachen spielten eine untergeordnete bis keine Rolle.

Jörg Rössel, Patrick Schenk, Ilona Pap

Patterns of remittances of intra-European migrants: social relations and moral obligations

Journal of Ethnic and Migration Studies, 49:17, 2023