ISO-Managementsysteme in Schweizer Unternehmen

Managementsysteme, die nach Normen der Internationalen Organisation für Normung aufgebaut sind, können einen grossen Beitrag zu einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Unternehmensführung leisten. Dieser Ansicht ist gemäss einer repräsentativen Umfrage der FH Graubünden und der Schweizerischen Vereinigung für Qualitätsund Management-Systeme (SQS) rund die Hälfte der Unternehmen in der Schweiz. Dieses Ergebnis ist insofern bedeutsam, da knapp jedes sechste Schweizer Unternehmen ein ISO-Managementsystem anwendet oder die Einführung eines solchen plant.

ISO-Managementsysteme sind strukturierte Rahmenwerke, die von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) entwickelt wurden, um Unternehmen dabei zu helfen, bestimmte Aspekte ihrer Betriebsführung zu verbessern und zu standardisieren. Diese Systeme bieten Leitlinien, die Organisationen dabei unterstützen, ihre Prozesse effizienter zu gestalten, Risiken zu minimieren und kontinuierliche Verbesserungen zu fördern. Forschende der FH Graubünden haben sich gemeinsam mit der Schweizerischen Vereinigung für Qualitätsund Management-Systeme (SQS) mit der Verbreitung dieser ISO-Managementsysteme für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Unternehmensführung in Schweizer Unternehmen beschäftigt.

Verbreiteter als vermutet

Die Studie kommt zum Schluss, dass knapp jedes sechste Schweizer Unternehmen mit einem ISO-Managementsystem arbeitet oder plant, im Jahr 2024 eines einzuführen. Damit ist die Verbreitung von ISO-Managementsystemen in der Schweiz grösser, als vermutet. Denn es entspricht dem Achtfachen der Anzahl zertifizierter ISO-Managementsysteme, die es gemäss ISO-Umfrage gibt. Bei den Unternehmen der Fabrikation und Produktion (ausser dem Gewerbe und Handwerk) arbeitet knapp die Hälfte mit einem ISO-Managementsystem.

Die Studie zeigt, dass sich viele Unternehmen der Bedeutung von ISO-Managementsystemen für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Unternehmensführung bewusst sind. So meint im Schnitt die Hälfte der Unternehmen, dass ISO-Managementsysteme einen grossen oder sehr grossen Beitrag zur Nachhaltigkeit und Verantwortung von Unternehmen leisten können. Ausgerechnet in jenen Branchen, in denen ISO-Managementsysteme am weitesten verbreitet sind - in der Fabrikation und Produktion - erkennen jedoch weniger Befragte den Beitrag für Nachhaltigkeit und Verantwortung. «Das muss kein Widerspruch sein: Diese Branchen nutzen bereits seit den 1980er Jahren ISO-Managementsysteme. Damals waren Nachhaltigkeit und Verantwortung noch keine so grossen Themen in den Unternehmen», sagt Projektleiter, Christian Hauser.

Breite Kompetenz

Das Schweizerische Institut für Entrepreneurship orientiert sich thematisch an aktuellen Herausforderungen der Praxis. Es erforscht etwa Fragestellungen zur digitalen Transformation, Servicerobotik, Innovation und Design Thinking, Internationalisierung und Supply Chain wie auch Corporate Responsibility. Es geht dabei um Strategien für Produkte und Leistungen sowie neuen Geschäftsmodelle aber auch, um organisatorischen Fragen, welche sich aufgrund der Digitalisierung und Vernetzung eröffnen. Zudem beschäftigt sich das Institut mit der Frage, wie Unternehmen und Organisationen Transparenz, nachhaltige Entwicklung und unternehmerische Verantwortung in ihrer Unternehmensphilosophie verankern können.

- Mehr zum Projekt unter fhgr.ch/iso-managementsysteme