Kristin Schirmer erhält Studierenden-Preis der EPFL

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Foto: Eawag, Peter Penicka

Foto: Eawag, Peter Penicka

An der diesjährigen Magistrale der EPFL wurde Kristin Schirmer für ihr Engagement als Professorin ausgezeichnet. Im Interview erläutert sie, welche Bedeutung die Lehrtätigkeit für sie hat.

In einer anonymen Wahl vergeben die Studierenden der EPFL jedes Jahr den «Polysphère»-Preis an Professorinnen und Professoren für ihre Verdienste in der akademischen Lehre. Verliehen wird jeweils eine Auszeichnung pro Fakultät. An der Abschlussfeier, der Magistrale, vom 2. Oktober 2021 durfte Prof. Kristin Schirmer den diesjährigen «Polysphère» für die Fakultät für Architektur, Bauund Umweltingenieurwesen (ENAC) entgegennehmen.

Prof. Schirmer ist seit 2011 Titularprofessorin an der EPFL und unterrichtet das Fach Ökotoxikologie im Bachelor-Studiengang Umweltingenieurwissenschaften. Daneben begleitet und betreut sie auch Masterstudierende und Doktorierende im Bereich Ökotoxikologie. An der Eawag leitet Prof. Schirmer seit 2008 die Abteilung Umwelttoxikologie. Sie ist auch Titularprofessorin an der ETH Zürich.

Kristin Schirmer, was bedeutet Ihnen die Auszeichnung?

Kristin Schirmer: Sehr viel. Ich schätze die Interaktion mit jungen Menschen und es ist mir wichtig, mein Wissen an die kommende Generation weiter zu reichen. Ich möchte, dass sie gut aufgestellt sind, um die Ökotoxikologie als Fachgebiet weiterführen zu können - nach Möglichkeit auch an der Eawag. Dabei versuche ich, auf die Studierenden und ihre Bedürfnisse einzugehen und mit ihnen im Team zu arbeiten. Dass mein Engagement ankommt und geschätzt wird, freut mich daher sehr.

Was zeichnet für Sie gute akademische Lehre aus?

Ich möchte die Studierende in ihrem Alltag abholen - dort, wo ihr Leben einen Bezug zur Ökotoxikologie hat. Wer stand nicht schon einmal morgens im Bad und wunderte sich beim Lesen der Inhaltsstoffe des Duschgels, welchen Einfluss dies wohl auf die Umwelt hat, wenn es jetzt den Abfluss runtergespült wird? Da knüpfe ich an. Ich glaube auch, dass man am meisten lernt, wenn man sich die Dinge selbst erarbeitet. Ich gehe daher möglichst interaktiv vor, mit Übungen, Diskussionen oder Umfragen. Das geht dank diverser digitaler Tools auch im Online-Unterricht sehr gut. Als wir dieses Jahr alle zuhause vor unseren Computern sassen, habe ich zudem erstmalig einen Song-of-the-Week eingeführt, immer passend zum jeweiligen Thema. Daraus ist eine richtige Playlist entstanden und wir hatten eine Extraportion Spass und Abwechslung.

Welche besonderen Erlebnisse verbinden Sie mit Ihrer Lehrtätigkeit?

Ich motiviere die Studierenden regelmässig, mit positiven wie negativen Rückmeldungen nicht hinter dem Berg zu halten. Viele dieser Feedbacks haben mich berührt und sind hängen geblieben. So hörte ich etwa, mein Kurs sei das Highlight der Woche oder gar des Semesters. Besonders schön ist auch, wenn ich sehe, dass die Studierenden etwas mitgenommen haben und in ihrer weiteren Laufbahn anwenden können. Wie zum Beispiel als mir ein ehemaliger Student schrieb und sich bedankte: Er sei gerade in Brasilien in einem Praktikum bei einem Ingenieurbüro und habe nun bei einer Sedimentbewertung einige Dinge aus unserem Kurs anwenden können. Das sind wunderbare Aufsteller.

Das Interview führte: Annette Ryser


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