«MASTER-THESIS 19» Design und gesellschaftliche Verantwortung

Vernissage:

25. Januar 2019, 19 Uhr
Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW, Freilager-Platz 1, 4142 Basel/Münchenstein, Hochhaus, Foyer

Öffnungszeiten der Ausstellung:

27. Januar - 1. Februar 2019
täglich, 12 - 20 Uhr

Begleitprogramm:

Führung durch die Ausstellung, Gespräche mit Alumni, Jazzkonzert, Lesung und DJ-Set

Wie Gestaltung für und mit der Gesellschaft aussehen kann, zeigen die aktuellen Absolventinnen und Absolventen des Instituts Integrative Gestaltung der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW mit ihren Abschlussarbeiten. Eine Haltung, die nahezu alle Projekte verbindet? Das Gemeinsame steht als Ausgangspunkt im Zentrum. Sei es in der Auseinandersetzung mit dem Konzept des kulturellen Erbes, in der Entwicklung einer neuen Studienform, die Zusammenarbeit und Mitgestaltung fördert oder als Theaterinszenierung, die auf Partizipation im öffentlichen Raum setzt.

Ab dem 25. Januar 2019 stellen Catalina Agudin, Chioma Blaser, Pauline Hess, Ivana Jovi’, Gabriela Mighali, Kerstin Nemeth, Lida Nobakht, Agni Pantazopoulou, Sophia-Teresa Prölss und Andrea Züllig ihre Objekte und Konzepte öffentlich aus:

Catalina Agudin
Social accent
Nachdem Catalina Agudin als Studentin in Argentinien mit Ureinwohnern gearbeitet hat, gründete sie eine eigene Schuhmarke, um den handgemachten Stoff der Wichi-Frauen zu verwenden. In ihrer Masterarbeit beschäftigt sie sich mit theoretischen Konzepten wie Social-Design und Participatory-Design. Auf der Suche nach konkreten Beispielen interviewte sie Personen von mehr als zehn verschiedenen Projekten. Zudem entwickelte sie eine neue Schuh-Kollektion, die andere Möglichkeiten des Materials auslotet und ein persönliches Statement aufzeigt.

Chioma Blaser
Homecoming
Im Laufe unseres Lebens machen wir verschiedene kulturelle Erfahrungen. Entweder leben wir fu’r einige Zeit in verschiedenen Ländern und Kontinenten - einige von uns werden von Eltern mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln grossgezogen. Unsere Identitäten wandeln sich stetig im Angesicht unterschiedlicher Kulturen. «Homecoming» ist die Wiederentdeckung der verschiedenen Bedeutungen von Zugehörigkeit, wie es das afrikanische Konzept Ubuntu versteht: das eigene Werden definiert sich durch die Anderen. Wir feiern Einmaligkeit und Einigkeit als zueinander gehörend. Individualität definiert sich in Bezug zu den Anderen. Das Ziel ist die Relevanz des kulturellen Erbes hervorzuheben; ein Erbe, das als fluid verstanden wird.

Pauline Hess
constructing the invisible
an audiowalk through a transit space
Basierend auf dem Roman «Die unsichtbaren Städte» von Italo Calvino schafft die Theaterinszenierung von Pauline Hess eine poetische Überlagerung: Die phantastischen Städte treffen auf einen konträren Raum in Basel. Der Parcours führt die Besucher mit den Gedankenkonstrukten Calvinos durch ein Spannungsfeld zwischen Imagination & Realität, Wünschen & Ängsten. Ein Spiel in und mit Zwischenräumen, aktuellen Themen & Herausforderungen des urbanen Raumes. Der Rezipient macht sich durch Partizipation die Stadt zu eigen, hinterfragt, phantasiert und erfährt Perspektivenwechsel.

Ivana Jovi?
Identität formulieren
Die Hochschule für Soziale Arbeit der FHNW entwickelt eine neue Studienform, die Zusammenarbeit, Mitgestaltung und Selbstorganisation fördert. Dieses experimentelle Pilot-Projekt wird gemeinsam von Studierenden, Hochschulmitarbeitenden sowie Personen aus der Praxis erarbeitet. Wie kann in diesem offenen und komplexen Gestaltungsprozess Identität gestiftet und eine Erkennbarkeit nach innen und aussen formuliert werden? Mit diesen Fragen setzt sich Ivana Jovi? in ihrer Masterarbeit auseinander.

Gabriela Mighali
Widerstand und ästhetische Praxis
Eine fragmentarische Erkundung
In ihrer Masterarbeit erkundet Gabriela Mighali formal und inhaltlich das subversive Potenzial gestalterischer Prozesse. Anhand der Besprechung von widerständigen Techniken im Bereich der ästhetischen Praxis macht sie sich auf die persönliche Suche nach der eigenen Haltung als schreibende Gestalterin. Der daraus entstandene, fragmentarische Textkorpus plädiert für die Hinwendung zum Ich und dem ’Wir’, in die es eingebunden ist und für das Entblössen der eigenen Verletzlichkeit.

Kerstin Nemeth
Fashion verändert: Neue Wege zum Reiten
«Die Verbindung von Pferd und Mensch ist für mich durch das Reiten, welches ich früh begann, immer eine Herausforderung gewesen, nie eine Selbstverständlichkeit.» Die Abschlusskollektion von Kersten Nemeth ist eine Zeitreise durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, auf der Suche nach einer neuen Art des Reitens. Kleidung und Accessoires verschmelzen. Halfter, Sättel und Steigbügel finden neue Orte. Es eröffnen sich neue Wege zum Reiten.

Lida Nobakht
Interwoven cultures
Kleidung war mehr als ein funktionales Objekt. In der Vergangenheit war Kleidung die wichtigste Art der Kommunikation zwischen verschiedenen Kulturen. Viele Menschen auf der ganzen Welt identifizieren sich noch immer mit dem für ihre eigene Lebensweise einzigartigen Kleidungsstil. Die Kleidung als Artefakt ist das intimste Objekt und spiegelt Details über die Kultur der Menschen wieder, die es getragen haben.
Elemente ihrer iranischen Herkunft und Kultur lässt Lida Nobakht in ihre Abschlusskollektion einfliessen: Mehrere Kleidungsstücke verwebt sie zu einem Outfit und gibt so den zeitgenössischen repräsentativen Stil der iranischen Frauen aus nordöstlichen und südöstlichen Regionen wieder.

Agni Pantazopoulou
A glossary for observing (in)formalities
Understanding Mesagkala
Das Ziel meiner Arbeit ist die Implementierung einer anatomischen Übung in der Form einer Reflexion. Die Feriensiedlung Mesagkala ist eine Akkumulation von persönlichen Erfahrungen, kulturellen Manifestationen und sozialen Tendenzen, die sich alle in derselben Kommune niederschlagen. Der mannigfaltige Charakter dieser Siedlung offenbart einen Zustand von (In)Formalität die sich in der subjektiven Ästhetik jedes einzelnen Einwohners äussert. Die vorliegende Thesis versucht sich der faktischen (In)Formalität durch Beobachtung und Aufzeichnungen anzunähern um möglicherweise unentdeckte Regularien festzustellen.

Sophia-Teresa Prölss
HighflyerTM - The Procedure
ein immersives, partizipatives Game-Theater
Basierend auf dem Roman «Die Hochhausspringerin» von Julia von Lucadou wird HighflyerTM - The Procedure als immersives, partizipatives Game-Theater inszeniert, das in Form eines Assessment-Center-Verfahrens wiederge¬geben wird. Potenzielle Bewerber haben die Möglichkeit sich für eine der freien Stellen des zukunftsorientierten, forschungsaktiven Unternehmens HighflyerTM mit gewissen Vorzügen zu qualifizieren. Durch aktive Teilhabe, In¬teraktion und dem Einnehmen der Rollen unterschiedlicher Charaktere wird den Rezipienten, getreu dem Motto Provokation zur Selbsterkenntnis, die subtile Manipulation im Alltag vor Augen geführt.

Andrea Züllig
Die Sinnliche Erkenntnis treuloser Experimente. Ein Versuch zum hörenden Beobachten.
Andrea Züllig und Heiko Schätzle befragen den Laboralltag der Synthetischen Biologie. Maschinenklänge werden an optische Prüfverfahren gekoppelt, welche das Hörerlebnis kontinuierlich formen und verändern. Der Klang ruft eine sensorische Rückkopplung in die Materialität des Labors hervor. Ein ästhetischer Rahmen entsteht, in welchem künstlerische und wissenschaftliche Arbeitsprozesse in Abhängigkeit treten. Ein offener Raum, der dazu einlädt Irritation und gegenseitiges Unverständnis auszuhalten.

Begleitprogramm:

Sonntag, 27. Januar 2019, 14.00 Uhr
Führung durch die Ausstellung mit Heinz Wagner (Leiter Institut Integrative Gestaltung Masterstudio)

Montag, 28. Januar 2019, 18 Uhr
Jazzkonzert
Martin Theurillat (Gitarre)
Nadav Erlich (Bass)
Jordi Pallares (Schlagzeug)

Mittwoch, 30. Januar 2019, 18 Uhr
Alumni des Instituts Integrative Gestaltung Masterstudio im Gespräch
Marina Gärtner & Ephraim Ebertshäuser (its-mee.com)
Manon Briod (manonbriod.ch)
Jan Nemeth & Samuele Tirendi (denkstatt-sarl.ch)

Donnerstag, 31. Januar 2019, 18 Uhr
Lesung
Patrick Tschan (patricktschan.ch)

Soul Kitchen (Essen und Trinken)

Freitag, 1. Februar 2019, 18 Uhr
Finissage
DJ Arne Molter (NEBEL, arnemolter.com)

Bildlegende

Plakatmotiv zur Abschluss-Ausstellung «MASTER-THESIS  19»