NEST erhält «Building Award 2019»

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Foto: Roman Keller

Foto: Roman Keller

Seit 13 Jahren setzt sich die Stiftung «bilding» für den Ingenieurnachwuchs im Bauwesen ein - unter anderem mit der Vergabe des «Building Award» für bemerkenswerte und innovative Ingenieurleistungen am Bau. Der diesjährige Preis in der Kategorie «Forschung und Entwicklung» geht an das modulare Forschungsund Innovationsgebäude NEST von Empa und Eawag.

Am 6. Juni 2019 wurde im KKL Luzern zum dritten Mal der «Building Award» verliehen. Insgesamt 21 Projekte waren nominiert. In der Kategorie «Forschung und Entwicklung» haben es mit NEST und «memory-steel» gleich zwei Empa-Projekte in die engere Auswahl der Jury geschafft. Den Kategoriensieg sicherte sich letztlich das modulare Forschungsund Innovationsgebäude NEST, das die Empa seit 2016 gemeinsam mit der Eawag in Dübendorf betreibt. NEST bietet sowohl der Forschung als auch der Industrie eine Plattform, auf der neue Ideen in einer realen Umgebung umgesetzt, validiert und weiterentwickelt werden können. «NEST hat uns durch und durch überzeugt», sagte Jurymitglied Patrick Hofer-Noser in seiner Laudatio. Gerade weil heute im Baubereich noch oft auf Altbewährtes gesetzt werde, sei es wichtig, einen Ort zu haben, wo Innovationen erprobt werden könnten und erlebbar seien. Peter Richner, der stellvertretende Direktor der Empa, und Carina Doll als Vertreterin der Eawag nahmen den Award vor den vollen Rängen des Luzerner Saals im KKL entgegen.

Zu den Nominierten gehörte auch das Projekt «memory-steel» - ein neues Material, das zum Vorspannen von Betonstrukturen angewendet wird. In rund 15-jähriger Forschungsarbeit an der Empa entwickelt, wird es mittlerweile durch das Empa-Spin-off re-fer AG vertrieben. «memory-steel» ist eine eisenbasierte Formgedächtnislegierung, die sich beim Erhitzen zusammenzieht und derzeit hauptsächlich zur Verstärkung von bestehenden Betonkonstruktionen verwendet wird. Dazu werden Bewehrungsstäbe aus «memory-steel» in eine zusätzliche Betonschicht eingebracht oder in Nuten in die Betonüberdeckung eingelegt und mit Mörtel verbunden. Nach dem Aushärten des Mörtels werden die «memory-steel»-Elemente erwärmt - zum Beispiel durch elektrische Widerstandsheizungen oder Heizstrahler. Da sie sich aufgrund des umgebenden Betons nicht mehr verformen können, entsteht im «memory-steel» eine permanente Vorspannung, die auf das Bauwerk einwirkt. Neben den Bewehrungsstäben kann «memory-steel» auch in Streifenform direkt an der Betonoberfläche fixiert und erwärmt werden.