Neue Form der Symbiose entdeckt

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Künstlerische Darstellung des Endosymbionten ,Candidatus Azoamicus ciliaticola&r

Künstlerische Darstellung des Endosymbionten ,Candidatus Azoamicus ciliaticola’ und seines Wirts, dem Wimperntierchen. (©Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie, S. Ahmerkamp)

In einem einzelligen Wimpertierchen aus dem Zugersee wurde ein Bakterium gefunden, dessen Aufgabe es ist, für das Wimpertierchen zu atmen und es mit Energie zu versorgen. Wobei dieser so genannte Endosymbiont nicht Sauerstoff nutzt, sondern Nitrat.

Sie werden auch Kraftwerke der Zellen genannt: Die Mitochondrien. Sie kommen in fast allen Zellen mit einem Zellkern vor und versorgen sie mit Energie. Bisher war man davon ausgegangen, dass nur Mitochondrien die Aufgabe des Energielieferanten übernehmen können. Forschende des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie, des Max-Planck-Genom Zentrums und des Wasserforschungsinstituts Eawag haben nun herausgefunden, dass das so nicht stimmt. Ihre Ergebnisse werfen ein völlig neues Licht auf die Energieversorgung von Zellen in sauerstofffreier Umgebung und wurden jetzt in dem renommierten wissenschaftlichen Fachmagazin Nature veröffentlicht.

Jon S. Graf, Sina Schorn, Katharina Kitzinger, Soeren Ahmerkamp, Christian Woehle, Bruno Huettel, Carsten J. Schubert, Marcel M. M. Kuypers, Jana Milucka: Anaerobic endosymbiont generates energy for ciliate host by denitrification. 2021
doi.org/10.1038/s415­86-021-03297-6

  • Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie, Bremen, Deutschland
  • Max-Planck-Genom Zentrum Köln, Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung, Köln, Deutschland
  • Eawag Wasserforschungsinstitut, Kastanienbaum, Schweiz