Ohne Risiko keine Innovation

Gabriele Dobenecker, Abteilungsleiterin Marketing, Wissens- und Technologietrans

Gabriele Dobenecker, Abteilungsleiterin Marketing, Wissens- und Technologietransfer Empa, begrüsst die Teilnehmer am ETIF 2017.

Schweizer Unternehmen stehen unter zunehmendem Kostendruck durch die Globalisierung. Innovative Produkte sind margenträchtiger, jedoch wächst auch das Risiko des Misserfolgs. Wie können Unternehmen bessere Risikobereitschaft verinnerlichen? Welche Ansätze gibt es, riskante Innovationen organisatorisch zu erleichtern? Das jährliche Empa Technology & Innovation Forum (ETIF) ging am Dienstag 7. November genau dieser Frage nach.

Gemeinsam mit Swiss Life Asset Managers veranstaltet die Empa den sechsten Anlass der Reihe zum Thema «Ohne Risiko keine Innovation». Immer mehr Firmen erkennen, dass inkrementelle Verbesserungen nicht mehr ausreichen um mit ihren Produkten im Wettbewerb zu bestehen. Und trotzdem tun sich viele Unternehmen schwer damit, innovativ zu sein. In einem sich immer schneller verändernden Umfeld scheint das grösste Risiko die Risikovermeidung zu sein.

Die Referentinnen und Referenten hatten dazu am letzten Dienstag die nötigen Erfolgsrezepte im Gepäck und konnten sie den mehr als 40 geladenen Gästen vermitteln. Gian-Luca Bona, Direktor der Empa, ging ging in seinem Einführungsvortrag auf die Frage ein: Warum dauert es so lange, bis eine neue Technologie auf den Markt kommt? Wo sind die Hindernisse für eine rasche Entwicklung - und wer trägt welches Risiko?

Felix Grisard, Präsident des Verwaltungsrates der Hiag umriss, wie der Weg von hierarchischen Firmenstrukturen hin zu einem Ökosystem von Firmen gegangen werden kann. Die von ihm gegründete Risikokapitalgesellschaft MTIP orientiert sich an einer solchen Struktur.

Ein eindrückliches Beispiel für umwälzende Innovationen präsentierte Carlos Härtel, CTO und Chief Innovation Manager beim Turbinenhersteller GE Europe. Die Firma arbeitet an einer Flugzeugturbine, die im Additive Manufacturing-Verfahren hergestellt wird. Dies reduziert die Anzahl der Bauteile drastisch: von 855 bei einer konventionellen Turbine auf nur noch zwölf. Um eine solche Innovation in einem Grosskonzern durchzusetzen sei eine sorgfältige Analyse aller zu erwartenden Auswirkungen nötig. «Wir erwarten systemische Einsparungen im gesamten Unternehmen», sagte Härtel.

Die Empa forscht intensiv im Bereich Additive Manufacturing, um die Zukunft des Industriestandorts Schweiz zu sichern. Am Montag 13. November wird im Eventforum Bern in Anwesenheit von Bundesrat Johann Schneider-Ammann der Strategische Foschungsbereich «Advanced Manufacturing» ins Leben gerufen. Infos unter www.sfa-am.ch

Zum Schluss des ETIF 2017 veranschaulichte Pierangelo Gröning, Direktionsmitglied der Empa, was Forschende - nicht nur an der Empa - motiviert. ,,Es ist die Ungewissheit, sie ist die treibende Kraft." Komplexe Systeme sind nicht vollends vorhersehbar, das mache vielen Menschen Angst. Forschende dagegen verlangen danach, genau solche Rätsel zu lösen. Es sei eine herausfordernde Aufgabe, dies mit den Anforderungen der Industrie in Einklang zu bringen. «Forscher lieben Fragen, Unternehmer lieben Antworten», so Gröning.

Abgerundet wurde der Abend durch eine Weindegustation des Jungwinzers Mathias Bechtel aus Eglisau. Bechtel berichtete von Wein-Innovationen, mit denen Schweizer Winzer ihren Platz auf dem Weltmarkt verteidigen.

Gabriele Dobenecker
Abteilungsleiterin Marketing, Wissensund Technologietransfer
Tel. +41 58 765 44 21
gabriele.dobenecker [at] empa (p) ch


 
 
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