PET-Sammlung soll hochwertig bleiben: Bundesrat will Bevölkerung sensibilisieren

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Das separate Recycling von PET-Getränkeflaschen ist mit einer Recyclingquote von über 80 Prozent seit Jahren ein Erfolg. Das System ist aber gefährdet: Weil zunehmend PET-Getränkeflaschen in gemischten Kunststoffsammlungen landen, geht reines PET verloren. Der Bund und der Verein PET Recycling Schweiz wollen das PET-Recyclinggut erhalten. Im Vordergrund stehen Massnahmen zur Sensibilisierung und Information der Bevölkerung. Der Bundesrat hat am 20. November 2019 einen Bericht zur Beantwortung eines Postulats gutgeheissen.

Aus gesammelten PET-Getränkeflaschen entstehen qualitativ hochwertige Recyclingprodukte. Bei der Sammlung ist sicherzustellen, dass sämtliche PET-Getränkeflaschen in die PET-Sammlung gelangen. Zusätzlich muss verhindert werden, dass andere Kunststoffflaschen bzw. andere Kunststoffarten in diese Sammlung gegeben werden. Da es immer mehr Angebote für Sammlungen von gemischten Kunststoffabfällen gibt, landen dort jedoch zunehmend auch PET-Getränkeflaschen. Als Konsequenz entgehen diese falsch eingeworfenen PET-Flaschen dem hochwertigen «Bottle-to-bottle»-Recycling und verringern die Recyclingquote.

Jährlich werden in der Schweiz rund 40 000 Tonnen PET-Getränkeflaschen rezykliert. Die Herstellung neuer PET-Flaschen aus rezyklierten Getränkeflaschen ist ökologisch sehr wertvoll, da der Material-Kreislauf geschlossen wird (so genanntes closed loop Recycling). Weil PET-Getränkeflaschen Lebensmittelverpackungen sind, gelten für das Recycling sehr strenge Hygieneund Produktionsvorschriften, die bereits bei der Sammlung eingehalten werden müssen.

Der Bundesrat hat am 20. November 2019 den Bericht «Massnahmen zur Qualitätssicherung des PET-Getränkeflaschen Recyclingsystems in der Schweiz» gutgeheissen. Er erfüllt damit das Postulat von Ständerat Robert Cramer (GPS/GE, 17.3257). Im Bericht hat das Bundesamt für Umwelt BAFU mit Unterstützung des Vereins PET Recycling Schweiz (PRS) Massnahmen aufgeführt, um eine hohe Qualität des PET-Getränkeflaschenrecyclings für die Zukunft zu sichern. Insbesondere soll in Zusammenarbeit mit den Branchen die Bevölkerung besser informiert und sensibilisiert werden. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass keine zusätzlichen regulatorischen Massnahmen nötig sind.