Qualitätsinformationen im Gesundheits­wesen zugänglich machen

Die Forschungsplattform «Swiss Learning Health System» (SLHS) hat im Auftrag der Eidgenössischen Qualitätskommission (EQK) die Voraussetzungen für ein Qualitätsmonitoring im Schweizer Gesundheitssystem und ein für Patientinnen und Patienten nutzbares Portal untersucht. Die Ergebnisse wurden nun in einem Bericht veröffentlicht.

Im Rahmen seiner Ziele zur Qualitätsentwicklung im Schweizer Gesundheitssystem hat der Bundesrat die Eidgenössische Qualitäts­kommission (EQK) beauftragt, ein Monitoring­system für Verantwortliche im Gesundheitswesen sowie eine öffentlich zugängliche Plattform mit Qualitäts­informationen zu Gesundheits­leistungen zu entwickeln. Ein Projektteam des Swiss Learning Health System (SLHS), bestehend aus Mitgliedern der Universitäten St. Gallen, Luzern, Lausanne, Zürich, und der Scuola Universitaria Professionale della Svizzera Italiana (SUPSI), wurde damit beauftragt, in einem ersten Schritt Informationen zu bestehenden Monitoringsystemen und Informations­plattformen aus dem In- und Ausland zu sammeln. Die Analyse umfasste insgesamt acht Monitoring­systeme und 18 Webseiten aus acht verschiedenen Ländern, darunter unter anderem die Schweiz, Deutschland, Frankreich, und die USA.

Dabei wurde festgestellt, dass Ansätze zum Monitoring und zur Veröffentlichung von Qualitäts­informationen erheblich variieren. Unterschiede zeigten sich insbesondere bei den Zielen, Zielgruppen und Inhalten sowie der Herkunft, Analyse und Struktur der Daten. Zusätzlich führte das SLHS sieben Stakeholder-Dialoge mit Fachpersonen, Patientinnen und Patienten sowie der Allgemei­nbevölkerung durch, um deren Bedürfnisse und Erwartungen rund um die Bereitstellung von Qualitäts­informationen zu erfassen. In den Dialogen wurden wichtige Aspekte zur Gestaltung eines Monitoring­­systems und einer öffentlich zugänglichen Plattform erörtert. Es wurde diskutiert, welche spezifischen Informationen das System beinhalten und wer Zugang zu diesen Informationen haben sollte. Zudem wurde diskutiert, wie Qualitäts­informationen präsentiert werden sollten und wie diese Informationen von Patientinnen und Patienten für Entscheidungen bezüglich ihrer Gesundheits­versorgung genutzt werden könnten.

Auf Basis dieser Erkenntnisse wurden eine Reihe von Empfehlungen für die EQK abgeleitet. Diese wurden nun in einem Bericht veröffentlicht, der wichtige Einsichten für die Weiterentwicklung eines Monitoringsystems von Qualitätsinformationen in der Schweiz liefert. Der Bericht empfiehlt unter anderem für eine öffentlich zugängliche Plattform, dass sie Nutzerinnen und Nutzern eine fundierte Auswahl von Gesundheits­leistungen und einen unkomplizierten Zugang zum Gesundheitssystem ermöglichen sollte. Weiter betont der Bericht die Wichtigkeit der Strukturierung und Aufbereitung von Informationen, damit diese von den Patientinnen und Patienten leicht gefunden und verstanden werden können. So steht für Menschen mit akuten Gesundheitsproblemen zunächst praktische Überlegungen im Vordergrund: An wen soll ich mich wenden? Oder wo finde ich schnellstmöglich einen Behandlungsplatz? Die Qualität der medizinischen Versorgung wird oft erst nach der Klärung dieser initialen Fragen bedacht.

In Bezug auf ein Monitoringsystem unterstreicht der Bericht die Bedeutung, weiterhin alle relevanten Stakeholder, insbesondere Leistungserbringer und die Regulierungsbehörden im Gesundheitswesen, einzubeziehen. Zudem ist es von entscheidender Bedeutung, dass bei der Datenerhebung für die Plattformen vorhandene Datenquellen und Initiativen genutzt werden. Es gilt, ein System zu entwickeln, das intuitiv und benutzerfreundlich ist sowie den spezifischen Anforderungen und Entscheidungsprozessen der Nutzerinnen und Nutzer entspricht.


    Bericht "Quality Monitoring and Public Reporting Recommendations for the Swiss Healthcare System"

Das Swiss Learning Health System SLHS

Das SLHS ist eine Institutionen-übergreifende, an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Medizin der Universität Luzern koordinierte Forschungsplattform. Ihr primäres Ziel besteht in der Förderung eines konstruktiven und lösungsorientierten Dialogs zwischen Forschung, Politik und Praxis zu Fragen des Gesundheitssystems und der Gesundheitsversorgung. Das SLHS stellt hierzu Mechanismen im Sinne eines "Lernenden Gesundheitssystems" zur Verfügung.