Rahmenbedingungen für Lehrstellen stimmen

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Die Berufsbildung in der Schweiz gründet auf dem Interesse der Wirtschaft, Fachkräfte ausund weiterzubilden und sich damit den Berufsnachwuchs zu sichern. Dieser Bottom-up-Ansatz bewährt sich. Bei der Schaffung und beim Erhalt von Lehrstellen besteht zurzeit kein zusätzlicher staatlicher Handlungsbedarf. Dies zeigt ein Bericht, den der Bundesrat am 9. Dezember 2022 verabschiedet hat.

Der Bericht «Erhalt und Schaffung von Lehrstellen - Erfolgsfaktoren und Herausforderungen» folgt einem Auftrag des Parlaments, eine Strategie für den Erhalt und die Schaffung von Lehrstellen zu verfassen. Er wurde vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) erstellt und zeigt, dass der Lehrstellenmarkt funktioniert: Zum einen ist das Berufsbildungssystem Schweiz so ausgelegt, dass es von der Wirtschaft getragen und mitverantwortet wird. Zum anderen finden die Betriebe günstige Rahmenbedingungen von Bund und Kantonen vor und werden von den Branchenverbänden unterstützt. Entscheidend bei der Schaffung und beim Erhalt von Lehrstellen ist auch, dass sich die berufliche Grundbildung aus Sicht der Betriebe lohnt. Die jüngste Kosten-Nutzen-Erhebung aus dem Jahre 2019 zeigt, dass dies nach wie vor gilt.

Der Bottom-up-Ansatz in der schweizerischen Berufsbildung bewährt sich. Der Staat unterstützt die private Initiative durch günstige Rahmenbedingungen und Freiräume wirksamer als durch inhaltliche Eingriffe und Vorgaben. Es besteht heute ein breites Instrumentarium zur Schaffung und zum Erhalt von Lehrstellen. Dazu zählen beispielsweise Information und Beratung der Betriebe, Bereitstellung von Hilfsmitteln für die Ausbildung, Schulung der Berufsbildnerinnen und Berufsbildner.

Die Schweiz hat ausserdem Erfahrung im Umgang mit angespannten Lehrstellensituationen, wie sie sich Anfang der 2000-er Jahre oder in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie ergaben. Erprobte Instrumente zu ihrer Bewältigung bestehen und können bei Bedarf rasch aktiviert und weiterentwickelt werden. Auch existieren Rechtsgrundlagen und finanzielle Instrumente, um notwendige Projektfördermittel zur Stabilisierung des Lehrstellenmarktes kurzfristig einzusetzen. Dadurch ist gewährleistet, dass bei Bedarf rasch Massnahmen zur Stabilisierung des Lehrstellenmarkts ergriffen werden können.

Die Berufsbildung in der Schweiz ist ein Erfolgsmodell, das es zu erhalten gilt. Unter Berücksichtigung aller im Bericht dargelegten Erkenntnisse sowie der bereits ergriffenen Massnahmen sieht der Bundesrat zurzeit keinen zusätzlichen staatlichen Handlungsbedarf bei der Schaffung und beim Erhalt von Lehrstellen.