Rund 60 Prozent der Jugendlichen wollen 2022 eine berufliche Grundbildung starten

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Laut neusten Erhebungen des Nahtstellenbarometers standen im April 2022 rund 87’000 Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren vor der Ausbildungswahl. Davon haben 51 Prozent bereits eine konkrete Anschlusslösung. Von den Jugendlichen mit Interesse an einer Lehrstelle verfügen bereits 56 Prozent über einen unterschriebenen Lehrvertrag. Die Anzahl angebotener Lehrstellen beläuft sich auf knapp 77’000 .

Nach Ende der obligatorischen Schulzeit ziehen 60 Prozent der befragten Jugendlichen eine berufliche Grundbildung in Erwägung. Den Besuch einer Maturitätsschule nennen sie am zweithäufigsten. In der Deutschschweiz ist die Nachfrage nach Lehrstellen unter den Jugendlichen deutlich höher als in der lateinischsprachigen Schweiz. Jugendliche, die noch keinen konkreten Anschluss gefunden haben oder unschlüssig sind, planen meist eine Zwischenlösung wie einen Sprachaufenthalt bzw. ein Brückenangebot. Dies sind die neusten Resultate des Nahtstellenbarometers, das gfs.bern im Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI erhoben hat.

Spitzenreiter bei den Wunschberufen der befragten 14- bis 16-Jährigen ist bei Frauen wie Männern die kaufmännische Lehre. Auf den weiteren Rängen gibt es geschlechterspezifische Unterschiede: Frauen wollen am zweitliebsten Fachfrau Gesundheit werden, gefolgt von Medizinischer Praxisassistentin und Fachfrau Betreuung. Männer wählen am zweithäufigsten Informatiker, gefolgt von Zeichner sowie Polymechaniker und Elektroinstallateur.

25 Prozent der Jugendlichen, die zu Lehrbeginn 2022 eine berufliche Grundbildung anstreben, haben vor, gleichzeitig eine Berufsmaturität zu absolvieren. Dieser Wert ist mit den Vorjahren vergleichbar.

Von den knapp 40’000 Jugendlichen, die sich für eine Maturitätsoder Fachmittelschule interessieren, haben über 35 Prozent die Aufnahmeprüfung bestanden und damit einen fixen Anschluss an die obligatorische Schulzeit. Lieblings-Fachrichtungen sind an den Maturitätsschulen für beide Geschlechter die Bereiche Wirtschaft, Handel und Recht, Biologie und Chemie respektive das neusprachliche Profil.

Auf Seiten der Unternehmen sind im April 2022 knapp 77’000 Lehrstellen angeboten worden. Davon konnten rund 64 Prozent bereits besetzt werden. Ein Grossteil des Lehrstellenangebotes entfällt auf das Gesundheitsund Sozialwesen, die Handelsbranche, das Baugewerbe und das verarbeitende Gewerbe. Von den angebotenen Lehrstellen entfallen 82 Prozent auf die Deutschschweiz, 15 Prozent auf die französischsprachige und drei Prozent auf die italienischsprachige Schweiz. Das Gros der Unternehmen (80%) konnte trotz Corona die Rekrutierung ohne grössere Probleme durchführen. Mehr Schwierigkeiten bekundete insbesondere das Gastgewerbe. Der Grossteil der befragten Unternehmen gibt an, das Lehrstellenangebot gegenüber dem Vorjahr konstant gehalten zu haben.

Das «Nahtstellenbarometer» wird jährlich zwei Mal erhoben. Stichtage sind jeweils der 15. April und der 31. August. Für die nun vorliegenden Hochrechnungen wurden vom 22. Februar bis 15. April 2022 11’015 Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren schriftlich befragt. Auf Seiten der Unternehmen wurden vom 21. Februar bis 13. April 7718 Betriebe mit mindestens zwei Mitarbeitenden (in Vollzeitäquivalenten) schriftlich befragt.

Der detaillierte Ergebnisbericht zum «Nahtstellenbarometer» wird im Juni 2022 unter www.sbfi.admin.ch/barometer veröffentlicht.