Sport verbessert körperliche Fähigkeiten und Schlaf bei autistischen Kindern

Kinder mit Autismus-Störungen können durch körperliche Aktivitäten ihren Schlaf und ihre physischen Fertigkeiten verbessern - und das schon bei drei Stunden Training pro Woche. Dies ergab eine jetzt veröffentlichte Studie der Universität Basel und der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel.

Der Anteil der Kinder, bei denen ab dem dritten Lebensjahr sogenannte Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) auftreten, hat in den letzten 20 Jahren stark zugenommen. Sie weisen jeweils ausgeprägte Defizite in der Kommunikation und im sozialen auf und zeigen meist ritualisierte und stereotype Verhaltensmuster. Ihre motorischen Fertigkeiten sind zudem oft bescheiden, und ihr Schlaf ist instabil und wenig erholsam.

Wie die Basler Studie zeigt, kann bereits ein dreiwöchiges Interventionsprogramm – mit dreimal wöchentlichen Ausdauerund Fertigkeitstrainings – bei Kindern mit ASD zu Verbesserungen in Ausdauer und Geschicklichkeit führen. Ferner wurde der Schlaf in den Nächten nach den Trainings objektiv stabiler und erholsamer, wie die Schlaf-EEGs bei den Probanden ergaben. Auch schätzten nach dem dreiwöchigen Training die Eltern die Stimmung ihrer Kinder am Morgen als aufgehellter ein.

In das Interventionsprogramm einbezogen waren fünf Mädchen und fünf Jungen mit ASD zwischen sieben und 13 Jahren sowie ihre Eltern. Die Studie ist aus einer Masterarbeit von Stefanie Jossen am Departement für Sport, Bewegung und Gesundheit der Universität Basel hervorgegangen. Ebenfalls mitgearbeitet haben das Zentrum für Autismus (autismus approach, Bern) und das Zentrum für Affektive, Stressund Schlafstörungen der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel.

Originalbeitrag

Brand S, Jossen S, Pühse U, Holsboer-Trachsler E, Gerber M.
Impact of aerobic exercise on sleep and motor skills in children with autism spectrum disorders – a pilot study
Neuropsychiatr Dis Treat. 2015 Aug 5;11:1911-20