Staatssekretär Mario Gattiker erhält den Ehrendoktortitel der Universität Freiburg

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Die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg verleiht dem Leiter des Staatssekretariats für Migration, Mario Gattiker, den Titel Doktor honoris causa. Die Fakultät lobt ihn als Experten des Migrationsund Asylrechts mit einem ausgeprägten Sensorium für die Bedeutung des demokratischen Rechtsstaats. Die Molekularbiologie-Professorin Susan M. Gasser sowie drei weitere verdiente Persönlichkeiten erhalten ebenfalls diese Ehrenauszeichnung. Die Feier findet dieses Jahr wieder vor Ort und mit Zertifikationspflicht statt, nachdem sie letztes Jahr ausfiel.

Die Wahl zur Ehrendoktorwürde für Staatssekretär Mario Gattiker begründet die Rechtswissenschaftliche Fakultät mit der Kombination von grosser Gestaltungskraft, vertiefter Expertise, Loyalität und einem ausgeprägten Sensorium für die grosse Bedeutung des demokratischen Rechtsstaats. Ab dem 1. Januar 2012 war der Jurist Direktor des Bundesamts für Migration, seit dem 1. Januar 2015 ist er Staatssekretär des neuen Staatssekretariats für Migration.

’In zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen griff Mario Gattiker grundlegende Fragestellungen des Migrationsrechts auf und analysierte sie tiefschürfend und mit grosser Sachkenntnis. So wird Mario Gattiker über seine Funktion als Staatssekretär für Migration hinaus auch als Rechtsexperte für Fragen des Migrationsrechts im Allgemeinen und für das Asylrecht im Besonderen wahrgenommen.’, schreibt die Fakultät in ihrer Laudatio.

Meilenstein für den Rechtsschutz im Asylbereich Die Achtung der rechtlichen Vorgaben im Allgemeinen und der Grundund Menschenrechte der betroffenen Personen im Besonderen war und ist ihm jeweils ein besonderes Anliegen, dies ungeachtet aller Schwierigkeiten.

So konnte er unter anderem auch grundlegende Konzepte mitgestalten, wie zum Beispiel die im Rahmen der Neustrukturierung des Asylverfahrens eingeführte unentgeltliche Rechtsvertretung für Asylsuchende, welche einen Meilenstein für den Rechtsschutz im Asylbereich darstellt.

Susan M. Gasser: Erfolg und Engagement Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche und Medizinische Fakultät verleiht den Dr. h. c. dieses Jahr an Susan M. Gasser für ihre herausragende Forschungsarbeiten als eine der weltweit führenden Epigenetikerinnen sowie ihren beharrlichen Einsatz für die Förderung von Frauen in der Wissenschaft.

Für Ihre ausserordentlich erfolgreiche Forschung wurde die Schweizerin vielfach und mit wichtigen Preisen ausgezeichnet, zum Beispiel mit dem Latsis-Preis, dem Otto Naegeli-Preis und der Gregor Mendel-Medaille der Tschechischen Akademie der Wissenschaften. Daneben ist die emeritierte Professorin eine Pionierin für die Förderung von Frauen in der Wissenschaft. Als ehemalige Präsidentin der Gleichstellungskommission des Schweizerischen Nationalfonds initiierte sie zum Beispiel das wegweisende Förderinstrument PRIMA, das sich an herausragende Wissenschaftlerinnen richtet und jungen Frauen ermöglicht, Familie und wissenschaftliche Karriere zu vereinbaren.

Eindrückliche Biografien der Ausgezeichneten Mit Jan Jenisch erhält einer der schillerndsten Absolventen einen Ehrendoktortitel ’seiner’ Wirtschaftsund Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Schweizer Wirtschaftsgeschichte geschrieben hat er mit seinem (erfolgreichen) Widerstand gegen den Verkauf der Aktionärsanteile einer grossen Schweizer Firma an einen französischen Konzern. Die Fakultät streicht neben den beachtlichen betriebswirtschaftlichen Leistungen auch seinen Einsatz für Nachhaltigkeit heraus beim Zementhersteller LafargeHolcim, dem er seit 2017 als CEO vorsteht. Da die Zementindustrie energieintensiv und ein grosser Verursacher von CO2-Emissionen ist, seien Nachhaltigkeitsbemühungen in dieser Branche besonders wichtig und effektiv.

Die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät erhält dieses Jahr Fr. Jean Jacques Pérennès OP. Der Dominikaner und ausgebildete Philosoph mit Doktorat in Ökonomie lebt seit über 30 Jahren in der arabischen Welt. Zu seinen Lieblingsthemen gehören der interreligiöse Dialog, der Arabische Frühling sowie die Lage der Christen im Orient. Die Verleihung eines Ehrendoktorats sei eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Qualität seiner theologischen und akademischen Arbeit zu würdigen, so die Fakultät.

Die Philosophische Fakultät schliesslich hat sich für François Nordmann als ihren diesjährigen Ehrendoktor entschieden. Er ist ehemaliger Schweizer Botschafter und Delegationschef bei der UNESCO. Als Förderer der universitären Zusammenarbeit und des akademischen Dialogs sei François Nordmann ein intellektueller Architekt des kulturellen und politischen Einflusses der Schweiz und insbesondere Freiburgs, so die Fakultät. Sein Kampf gegen Antisemitismus und für ein solidarisches und soziales Europa sowie für friedliche Beziehungen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Union bleibe beispielhaft.

Eine Bundesrichterin präsidiert, der Greyerzbezirk gastiert Nebst den Ehrendoktortiteln an verdiente Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Gesellschaft werden verschiedene wissenschaftliche Auszeichnungen und Preise an talentierte Nachwuchsforschende verliehen. Die Bundesrichterin Florence Aubry Girardin wird als Ehrenpräsidentin der Veranstaltung amten, an dem der Greyerzbezirk als Ehrengast teilnimmt.

Weil die Veranstaltung 2020 nicht stattfinden konnte, werden zudem die Ehrendoktorate des letzten Jahres jetzt feierlich Überreicht. Es sind dies Rudolf Muggli (Rechtswissenschaftliche Fakultät), Robin Elizabeth Mansell (Wirtschaftsund Sozialwissenschaftliche Fakultät), Roberte Hamayon (Philosophische Fakultät), Volker Leppin (Philosophische Fakultät in Solidarität mit der Theologischen Fakultät) sowie Kevin J. Tracy M.D. (Mathematisch-Naturwissenschaftliche und Medizinische Fakultät).

Konferenzen:

  • Mario Gattiker: Schengen/Dublin: Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit im Bereich Migration aus schweizerischer Perspektive. 30.11.2021, 17:15 Uhr, Miséricorde, MIS 10 01.13
  • Rudolf Muggli: 40 Jahre Schweizer Raumplanungsrecht - Lehren für heute? 24.11.2021, 17:15 Uhr, Pérolles, PER 22, Auditorium Joseph Deiss
  • Jean-Jacques Pérennès, o.p. : Louis Massignon et le dialogue islamo-chrétien. 14.11.2021, 17:30 - 18:15 Uhr, Miséricorde, MIS 03 3113
  • Volker Leppin: Die Mystik und das Wort. Ein frömmigkeitsgeschichtlicher Beitrag zur ökumenischen Verständigung. 14.11.2021, 16:45 - 17:30 Uhr Miséricorde, MIS 03 3113
  • François Nordmann : L'état actuel des relations entre la Suisse et l'Union européenne. 14.11.2021, 17:15 - 18:00 Uhr, Miséricorde, MIS 03 3117
  • Roberte Hamayon: La chance s’offre et se dérobe au religieux et au politique. 14.11.2021, 17:15 - 18:00 Uhr, Miséricorde, MIS03 3115


Fotos: Die Fotos der Veranstaltung, der Ehrendoktorinnen und -doktoren sowie der Preisträgerinnen und Preisträger stehen ab dem 15. unifr.ch/go/dies zum Herunterladen zur Verfügung. Bitte berücksichtigen Sie dabei das Copyright (Stéphane Schmutz / www.stemutz.com ).

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