Stimmung der KMU hat sich leicht verbessert

Kleine und mittlere Unternehmen in der Schweiz beurteilen ihre finanzielle Situation positiver als noch vor einem Monat. Die längerfristigen Aussichten bleiben jedoch pessimistisch. Darauf deuten die Resultate des zweiten «ZHAW Coronavirus-KMU-Panel».

Schweizer KMU schätzen ihre Lage zuversichtlicher ein als Ende März: Der Anteil der Firmen, die mit finanziellen Schwierigkeiten in den kommenden 12 Monaten rechnen, ist von über der Hälfte auf rund einen Drittel (36 Prozent) gesunken. Noch etwas mehr als jedes achte Unternehmen stuft das Risiko eines Konkurses in diesem Zeitraum als gross ein. Das zeigt die zweite Erhebung des Coronavirus-KMU-Panel der ZHAW School of Management and Law. Die Studienautoren haben dafür vom 21. bis 24. April 2020 über 350 KMU zu ihrer wirtschaftlichen Situation befragt.

«Wir sehen in unserem Panel erste positive Signale, insbesondere was die kurzfristigen Aussichten der KMU betrifft. Allerdings hat sich die langfristige Einschätzung noch nicht grundsätzlich verbessert», erklärt Andreas Schweizer , Dozent für Corporate Finance & Corporate Banking am Institut für Financial Management der ZHAW School of Management and Law. 70 Prozent der KMU erwarten weiterhin eine negative oder sehr negative Entwicklung der Geschäftstätigkeit in den nächsten 12 Monaten. Dieser Anteil ist seit März nur um sieben Prozent gesunken.

Wie die Umfrage weiter zeigt, haben 40 Prozent der befragten Unternehmen einen vom Bund verbürgten Kredit in Anspruch genommen. «Wir sehen das als Indiz dafür, dass die beabsichtigte Unterstützung bei den KMU angekommen ist», meint Schweizer. Über die Hälfte der Firmen hat Kurzarbeit eingeführt, ein deutlich höherer Anteil als in der ersten Erhebung. Mehr als ein Drittel der befragten KMU erachtet jedoch auch Entlassungen in den kommenden 12 Monaten mindestens als wahrscheinlich.

36 Prozent der KMU haben aufgrund der Coronakrise ihr Geschäftsmodell zumindest teilweise oder temporär angepasst. «Ein Teil der Firmen ergreift somit die Initiative, um negative Auswirkungen zu reduzieren. Jedoch können sie in den meisten Fällen durch die Anpassungen nur einen geringen Umsatzanteil kompensieren», sagt Schweizer.

Die aktuelle, zweite Ausgabe des «ZHAW Corona-KMU-Panels» schliesst an die Erstbefragung vom 26. März 2020 an. Während sich letztere auf den Kanton Zürich fokussierte, haben die Forschenden dieses Mal KMU aus der ganzen deutschsprachigen Schweiz befragt. Im Interesse einer möglichst hohen Aktualität wurde auf eine repräsentativ gewichtete Abdeckung sämtlicher Branchen und Unternehmensgrössen verzichtet. Die Studie wird in regelmässigen Abständen weitergeführt.