Thomas Hengartner wird neuer Leiter des Collegium Helveticum

(jpg, 459 KB) Der neue Leiter des Collegium Helveticum, Thomas Hengartner (Bild

(jpg, 459 KB) Der neue Leiter des Collegium Helveticum, Thomas Hengartner (Bild F. Brüderle)

Thomas Hengartner übernimmt für die nächsten fünf Jahre die Führung des Collegium Helveticum, das von der Universität Zürich und ETH Zürich gemeinsam betrieben wird. Der UZH-Professor will an den Hochschulen in der Schweiz und international den wissenschaftlichen Austausch zwischen den Disziplinen weiter stärken. 

Das Collegium Helveticum , das Zürcher Institute for Advanced Studies, versteht sich als Laboratorium für Transdisziplinarität. Im Zentrum steht der Dialog zwischen Natur-, Technik-, Geistes-, Sozialwissenschaften sowie Kunst und Medizin. 1997 von der ETH Zürich gründet und seit 2004 zusammen mit der Universität Zürich getragen, kommt es zu einem Wechsel an der Spitze des Collegium Helveticum: Prof. Thomas Hengartner, Universität Zürich, wurde per 1. Januar 2016 zum neuen Leiter für eine Amtsdauer von fünf Jahren gewählt. Er folgt auf Prof. Gerd Folkers, ETH Zürich, der auf Ende 2015 zurücktritt, um innerhalb der ETH Zürich neue Aufgaben zu übernehmen.

Thomas Hengartner ist seit 2010 ordentlicher Professor für Volkskunde, seit 2012 Prodekan Forschung der Philosophischen Fakultät der UZH und unter anderem Mitglied des Ausschusses des Stiftungsrates des Schweizerischen Nationalfonds; er steht dem Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft vor. Der Leibnizpreisträger habilitierte an der Universität Bern, lehrte während 14 Jahren an der Universität Hamburg und bekleidete dort mehrere Führungsfunktionen. Seine Schwerpunkte liegen unter anderem auf den Unterhaltungsund Kommunikations-medien, der Sinnesforschung, der Urbanität sowie der kulturwissenschaftlichen Technikforschung. Hier entwickelte er neue Zugänge zum Dialog zwischen Naturund Technik sowie Geistes-, Sozialund Kulturwissenschaften.

Ein Kleinod zum Leuchten bringen

«Das Collegium Heveticum ist in den beiden Trägerhochschulen bereits gut verankert. Mein Ziel ist es, dieses Kleinod als Think Thank für den fächerübergreifenden Austausch nach Innen wie nach Aussen noch viel bekannter zu machen, aber auch ganz grundsätzlich nach den Möglichkeiten und Grenzen von Transdisziplinarität zu fragen», erklärt Thomas Hengartner. Das Collegium Heveticum bietet etablierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von UZH, ETH sowie anderen Schweizer Universitäten die Chance, während fünf Jahren als Fellows über die Disziplingrenzen hinaus zu forschen. Die Fellows können sich international auf höchstem Niveau durch die Assoziierung von führenden Spitzenforschenden vernetzen.

Gerd Folkers, ordentlicher Professor für Pharmazeutische Chemie an der ETH Zürich, hat das Collegium Helveticum seit Oktober 2004 erfolgreich geleitet. Bewusst positionierte Folkers das Collegium Helveticum als Ort, bei dem Querund Andersdenken nicht nur Raum bekommt, sondern explizit erwünscht ist. So moderierte er unzählige öffentliche Veranstaltungen und scheute sich dabei nicht, auch kontroversen Themen wie Rankings, Wachstum oder Gentechnik aufzugreifen. Daneben beteiligte er sich aktiv an Forschungsprojekten an der Grenze von Naturund Geisteswissenschaften, etwa innerhalb der Schwerpunkte der vergangenen beiden Fellowperioden zu den Themen «Die Rolle der Emotionen: ihr Anteil bei menschlichem Handeln und bei der Setzung sozialer Normen» und «Reproduzierbarkeit, Vorhersage und Relevanz».