«Um die Klimaziele zu erreichen, müssen wir den Fokus auf den Verkehrssektor legen» - Stephanie Medeiros von ABB über Flottenelektrifizierung

  • Am World EV Day sprechen wir in der neuesten Folge von ABB Decoded über die Bedeutung der Elektrifizierung von Fahrzeugflotten, insbesondere mit Blick auf Schwerlastfahrzeuge
  • Wir befassen uns mit den Herausforderungen des Ladevorgangs dieser Fahrzeuge und zeigen, wie ABB den Infrastrukturausbau vorantreibt und Lösungen zur Bewältigung dieser Problem bietet
  • Im Rahmen der EV100-Initiative hat sich ABB verpflichtet, ihre Flotte von mehr als 10-000 Fahrzeugen bis 2030 zu elektrifizieren


Heute findet zum zweiten Mal der World EV Day mit ABB als Kooperationspartnerin statt. Im Rahmen dieser internationalen Veranstaltung wird die Elektromobilität gewürdigt und der Übergang zu nachhaltigem Verkehr gefördert. Angesichts steigender CO2-Emissionen und eines historischen Höchststandes ist die Verringerung des Schadstoffausstosses von entscheidender Bedeutung, und die Umstellung auf Elektrofahrzeuge trägt wesentlich dazu bei, dieses Ziel zu erreichen. Stephanie Medeiros, E-mobility Global Account Manager und ausgebildete Elektroingenieurin, arbeitet an verschiedenen Projekten zur Flottenelektrifizierung rund um den Globus. In dieser Folge unseres Podcasts teilt sie ihr Wissen und ihre Erkenntnisse über die Herausforderungen und Lösungen dieses wichtigen Aspekts beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen Gesellschaft.

Die Bedeutung der Flottenelektrifizierung Die Elektrifizierung von Fahrzeugflotten spielt eine wichtige Rolle, wenn man berücksichtigt, dass 25 Prozent der Emissionen auf den Verkehrssektor zurückzuführen sind und Fahrzeugflotten einen grossen Teil dazu beitragen. Vor allem Schwerlastfahrzeuge verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit, wie Stephanie erklärt: «Obwohl Schwerlastfahrzeuge nur etwa ein Prozent der gesamten Flotten und Fahrzeuge ausmachen, sind sie für über 25 Prozent der weltweiten Emissionen im Strassenverkehr verantwortlich. Wenn wir also einen herkömmlichen LKW mit Verbrennungsmotor ersetzen, sparen wir etwa 22 Tonnen CO2 oder 500 Liter Diesel pro Jahr. Wenn wir das alles zusammenzählen, kommen wir auf eine Menge Emissionen, die wir auf der ganzen Welt einsparen können.»

«Auf internationaler Ebene ist die Elektrifizierung von Fahrzeugflotten bereits mit vielen erfolgreichen Projekten vertreten. Amazon plant zum Beispiel den Einsatz von 100-000 elektrischen Zustellfahrzeugen für die Lieferung auf der letzten Meile in den USA und auf der ganzen Welt. Die Umstellung soll bereits in den nächsten zehn Jahren erfolgen.»

Beschleunigter Ausbau der Ladeinfrastruktur Die Ladeinfrastruktur für Schwerlastfahrzeuge erfordert aufgrund grösserer Batterien und kleinerer Ladefenster eine höhere Ladeleistung. Für Flottenbetreiber, die auf Elektrofahrzeuge umsteigen wollen, ist dies ein entscheidender Faktor, da sowohl die Installationsals auch die Betriebskosten beträchtlich sind und nicht alle Fahrzeuge zeitgleich geladen werden können. Allerdings gibt es Möglichkeiten, diese Herausforderungen zu meistern.

«Zunächst geht es also um eine intelligente Ladetechnik, bei der die Ladevorgänge über das gesamte verfügbare Zeitfenster verteilt werden, um die Anlagen so gut wie möglich zu nutzen. Softwarelösungen und Tools, die diese Aufgabe erleichtern und sicherstellen, dass die Fahrzeuge dann aufgeladen werden, wenn es nötig ist, sind bereits verfügbar. Darüber hinaus gibt es auch andere Lösungen wie Batteriespeicher und die Integration von Solarenergie und erneuerbaren Energien, um Spitzenlasten abzufedern.»

«Auf der Ladeseite können Schwerlastfahrzeuge mit einer Leistung von 25 oder 50 Kilowatt aufgeladen werden. Bei uns kommt der CCS-Standard (Combined Charging System) zum Einsatz, mit dem sich diese Fahrzeuge je nach Stromstärke mit bis zu 350 Kilowatt aufladen lassen. Wirklich interessant ist, dass sich die Unternehmen der Branche zusammenschliessen und eine Ladeleistung im Megawattbereich anstreben - ein Megawatt und mehr. Dies wird sich zu einem neuen Standard entwickeln, und ABB trägt zur Umsetzung dieses Ziels bei.»

ABB-Projekt zur Flottenelektrifzierung ABB unterstützt nicht nur Kunden auf der ganzen Welt bei der Umstellung auf elektrische Antriebe, sondern vollzieht diesen Wandel auch selbst. Dies steht im Einklang mit der Nachhaltigkeitsstrategie 2030 und trägt zu einer kohlenstoffarmen Gesellschaft bei.

«Im Rahmen der EV100-Initiative hat sich ABB verpflichtet, ihre Flotte von mehr als 10-000 Fahrzeugen bis 2030 zu elektrifizieren. Darüber hinaus führt das Unternehmen bereits Projekte auf der ganzen Welt durch. In Schweden hat ABB damit begonnen, ihre Flotte von rund 700 Firmenwagen auf Elektrofahrzeuge umzustellen. Und in Grossbritannien gab das Unternehmen die Umstellung seiner 500 Firmenfahrzeuge auf Elektroantrieb bis 2025 bekannt.»

«Ein grossartiges Beispiel für die Elektrifizierung von Schwerlastfahrzeugen zeigt uns das Pilotprojekt von ABB in der Schweiz für E-LKW. Dabei konnten wir feststellen, dass es sehr wohl möglich ist, Elektrofahrzeuge einzusetzen, bei denen das Aufladen nahtlos erfolgt und nur geringe Auswirkungen auf den Betrieb hat. Ausserdem haben wir von den Fahrern die Rückmeldung erhalten, dass es Spass macht damit zu fahren und die Fahrzeuge sehr reaktionsschnell sind. Der geringere Lärmpegel trägt dazu bei, den Stress zu reduzieren und die Fahrumgebung viel ruhiger zu gestalten.»

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