Unterwasserkamera erforscht Mikrokosmos im Zugersee

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An dieser Boje ist das Aquascope im Zugersee verankert (Foto: Kanton Zug).
An dieser Boje ist das Aquascope im Zugersee verankert (Foto: Kanton Zug).
Im Zugersee wurde die Unterwasserkamera Aquascope installiert. Es ist die zweite permanente Messstation für Plankton in Schweizer Gewässern. Die Unterwasserkamera liefert hochaufgelöstes Bildmaterial und ist in der Lage, dieses automatisiert auszuwerten. Damit können künftig wichtige Erkenntnisse über die Wasserqualität und die aquatische Biodiversität des Zugersees gewonnen werden.

Plankton ist ein Indikator für den Gesundheitszustand von Gewässern. Als Plankton werden tierische und pflanzliche Organismen wie Kleinstkrebse und kleine Algen bezeichnet, welche im freien Wasser schweben und sich nicht oder nur mit sehr geringen Eigenbewegungen im Wasser fortbewegen. Sie bilden eine wichtige Nahrungsquelle für die grösseren Tierarten im Wasser. Verändert sich der Bestand oder die Zusammensetzung von Plankton, kann dies grosse Auswirkungen auf das Ökosystem See und damit auch auf den Fischbestand haben. Im Zugersee schwanken insbesondere die Fangzahlen der Felchen - dem Brotfisch der Berufsfischer - stark. Auch die Konzentration von Blaualgen, wie der Burgunderblutalge (Planktothrix rubescens), ändert sich im Jahresverlauf. Dies beeinflusst die Wasserqualität und kann Auswirkungen auf die Nutzung des Sees haben.

Das Aquascope im Zugersee ist nach dem Greifensee die zweite permanente Messstation von Planktondaten in Schweizer Gewässern. Um eine hohe Datenqualität zu erhalten, hat das Amt für Wald und Wild verschiedene Standorte im Zugersee für die Installation des Aquascope evaluiert. Diese wiesen Vorund Nachteile auf. Eine Installation im Hafen wäre zwar besser zugänglich. Die Bildqualität wegen Bootsverkehr und höherem Anteil an Schmutzpartikeln im Wasser jedoch schlechter. Erfahrungen der Eawag zeigten, dass die besten Resultate zu erwarten sind, wenn das Aquascope in der Freiwasserzone installiert wird und das Gerät im Umkreis von 15-20 Metern von freiem Wasser umgeben ist. Das Aquascope befindet sich nun ca. 30 Meter von der Brutanstalt Walchwil entfernt und schwimmt mit Hilfe einer speziellen durch die Firma Chavanne Bootswerft in Malters entworfenen und gebauten Boje im See. Der Standort ist so ausgerüstet, dass weitere technische Einrichtungen für die Erfassung von anderen Daten installiert werden könnten. Bereits eingeplant ist eine Messkette für das Erfassen von Daten zum Sauerstoffgehalt und der Wassertemperatur des Zugersees. Ausserdem könnte ein Sonargerät für ein Fischmonitoring installiert werden.
Kanton Zug, Jeannine Lütolf