Walter Benjamin in Bern

Walter Benjamin. © WikiCommons

Walter Benjamin. © WikiCommons

Walter Benjamin war einer der grössten Philosophen des 20. Jahrhunderts. An der Universität Bern studierte und promovierte er summa cum laude. 100 Jahre nach seiner Promotion widmet sich nun eine öffentliche Konferenz seinem Werk: Vom 26.-29. Juni 2019 tauchen Interessierte an verschiedenen Orten in Bern in die facettenreiche Themenwelt des Walter Benjamin ein.

Der deutsche Philosoph Walter Benjamin studierte an der Universität Bern und wurde hier 1919 auch promoviert: Seine Doktorarbeit ’Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik’ steht für sein Konzept einer kreativen Verbindung von verschiedenen geisteswissenschaftlichen Ansätzen. Benjamin, der Ende des 19. Jahrhunderts als Sohn eines jüdischen Kunsthändlers in Berlin geboren wurde, wählte 1940 auf der Flucht vor der Gestapo in Spanien den Freitod.

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Promotion Benjamins‘ veranstaltet das Walter Benjamin Kolleg der Universität Bern nun zusammen mit der International Walter Benjamin Society und dem Robert Walser-Zentrum eine internationale Konferenz zum Werk Benjamins. Das Walter Benjamin Kolleg ist eine interund transdisziplinäre Forschungsund Lehreinrichtung an der Philosophisch-historischen Fakultät der Universität Bern.

Vorprogramm: Walter Benjamin und Paul Klee

Nur zwei Jahre nach seiner Promotion hatte Benjamin Klees berühmte Zeichnung Angelus Novus erworben, auf welche er sich in diversen Schriften bezieht und die ihn auch ins Pariser Exil begleitete. ’Es gibt ein Bild von Paul Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen, und seine Flügel sind aufgespannt’, so Walter Benjamin in Über den Begriff der Geschichte 1940.

Das Vorprogramm der Walter Benjamin Konferenz findet am Mittwoch, 26. Juni 2019 im Zentrum Paul Klee ZPK statt. Das ZPK stellt den idealen Ort dar, um die Verbindung von Walter Benjamin und Paul Klee - beides weltbekannte Persönlichkeiten, für die Bern eine so wichtige Station ihres Lebens darstellte - aufzuzeigen. Forschende präsentieren am Anlass neue Interpretationen vom Angelus Novus sowie wird Benjamins Verständnis von historischer Temporalität aufgezeigt. Das Konzert der CAMERATA Bern mit Patricia Kopatchinskaja schliesst den ersten Abend im ZPK mit Arnold Schönbergs ’Pierrot Lunaire’ ab.

Benjamins Nachkommen

Der akademische Festakt am Donnerstag, 27. Juni 2019 - genau 100 Jahre nachdem Walter Benjamin sein Doktoratsexamen bestand - wird von Rektor Christian Leumann eröffnet. Winfried Menninghaus, Gründungsdirektor des Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik, zeigt in seinem Referat Walter Benjamins Beziehungen zur Schweiz auf. Drei Enkelinnen und zwei Urenkel von Walter Benjamin werden am Anlass anwesend sein und das 100-jährige Jubiläum seiner Promotion mitfeiern.

Die Konferenz mit ihrem Rahmenprogramm ist öffentlich und wird begleitet von der Ausstellung ’Walter Benjamin in Bern’ mit einer Kartographie zur Berner Zeit und künstlerischen Arbeiten von Martin Ebner, Ariane Mu’ller und Florian Zeyfang. Die Ausstellung wird an der UniS gezeigt.

Gerne laden wir Medienschaffende ein zur Walter Benjamin Konferenz 2019:

Mittwoch, 26. Juni 2019: 15.30 Uhr, Vorträge von Annie Bourneuf und Axel Ko’rner (Eintritt frei); 18.15 Uhr, Konzert der CAMERATA BERN mit Patricia Kopatchinskaja (Tickets: kulturticket.ch )

Donnerstag, 27. Juni 2019, 18.30 Uhr: Öffentliche Feier der Promotion Walter Benjamins vom 27. Juni 1919 an der Universität Bern mit Festvortrag von Winfried Menninghaus (Eintritt frei)

Über 70 Vorträge in sechs Sektionen zeigen, wie stark Benjamins Denken einen fächeru?bergreifenden Zugang erfordert. (Einschreibung: www.wb2019.unibe.ch )

Öffentliche Ausstellung ’Walter Benjamin in Bern’ mit einer Kartographie zur Berner Zeit und künstlerischen Arbeiten und Videos von Martin Ebner, Ariane Müller, Florian Zeyfang und Chantal Benjamin. Kurator: Dr. Toni Hildebrandt