Zukunftslösungen aus der Ernährungsforschung

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Durch die Wahl unserer Nahrungsmittel beeinflussen wir jeden Tag unsere Gesundheit, bewusst oder unbewusst. Die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit stehen im Zentrum der Ernährungsforschung, deren Akteure und Akteurinnen sich vom 7. bis 12. September 2019 in Bern zur 16. Jahrestagung der NuGO-Vereinigung trafen. Unter anderem bot ein Workshop Gelegenheit, sich über aktuellen Herausforderungen der Ernährungsforschung in der Schweiz auszutauschen.

250 Ernährungsexperten und -expertinnen in Bern

Wie können wir die Fortschritte der Wissenschaft nutzen, um gesündere Ernährungsformen zu entwickeln? Um diese Frage zu beantworten, trafen sich 250 schweizerische und internationale Forschende und Fachleute vom 7. bis 12. September 2019 in Bern zur 16. Jahrestagung der Vereinigung für Nutrigenomik (NuGO), deren Ziel es ist, die Ernährungsforschung mit Hilfe modernster wissenschaftlicher Analytik zu fördern. Auf dem Programm des von Agroscope und der NuGO- Vereinigung organisierten Kongresses standen Vorträge zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Ernährung und Gesundheit, zu Ernährungskennzahlen und zum personalisierten Umgang mit Ébergewicht und Fettleibigkeit.

«Die Idee dieser Veranstaltung war es, Brücken zwischen Lebensmittelwissenschaft und Ernährungsforschung zu schlagen», erklärt Guy Vergères, Leiter der Forschungsgruppe «Funktionelle Ernährungsbiologie» bei Agroscope und Vorsitzender des wissenschaftlichen Komitees der NuGOweek 2019. Die Tagung bot jungen Forschenden, erfahrenen Wissenschaftlern sowie Ernährungsfachleuten Gelegenheit, ihr Wissen und ihre Erfahrungen im Bereich der Humanernährung auszutauschen. Agroscope stärkte zudem seine Rolle durch die Ernennung von Guy Vergères zum Vorsitzenden der NuGO-Vereinigung.

Herausforderungen und Lösungen der Ernährungsforschung in der Schweiz

Obwohl die Ernährungsforschung in der Schweiz laufend intensiviert wird, bleiben wichtige Lücken bestehen. So lautete eine der Schlussfolgerungen des «Satellite Meetings», das am 12. September im Rahmen der NuGOweek 2019 auf Initiative der International Union of Nutritional Sciences (IUNS) und mit Unterstützung von Agroscope organisiert wurde. An diesem Workshop nahmen neben Ernährungsforschenden auch Experten aus den Bereichen Landwirtschaft, Lebensmittel und Ernährung, Ernährungsberatung und öffentliche Gesundheit teil.

Mehrfach wiesen die Referentinnen und Referenten darauf hin, dass die Datenerhebung zu den Essgewohnheiten der Schweizer Bevölkerung verfeinert und effizientere Analysemethoden entwickelt werden müssen. Ausserdem wurde auf strukturelle Defizite hingewiesen wie die Fragmentierung der für die Ernährungsforschung bereitgestellten Finanzmittel oder die mangelnde Kommunikation wissenschaftlicher Ergebnisse an die Bevölkerung. «Der Workshop illustrierte die zahlreichen gemeinsamen Interessen der verschiedenen Anspruchsgruppen und es zeigte sich der Wille, die Zukunft der Ernährungsforschung in der Schweiz gemeinsam zu gestalten», fasst Guy Vergères zusammen. Aus der Diskussion gingen Verbesserungspotenziale hervor, die in Kürze in einen vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) finanzierten Bericht aufgenommen werden.

Agroscope forscht im Bereich Lebensmittel

Obwohl Zigaretten und Alkohol unsere Gesundheit stark beeinträchtigen können, ist es eigentlich die Ernährung, die den grössten Einfluss hat: Ungesunde Essgewohnheiten erhöhen das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und senken in einigen Fällen die Lebenserwartung. Um gesund zu bleiben, ist es daher ratsam, sich gesund zu ernähren, mit genügend Obst und Gemüse. Bei Agroscope wird die Ernährung in einen systemischen Ansatz der Agrarforschung integriert, von der Produktion der Lebensmittel bis hin zu deren Aufnahme im menschlichen Körper. Durch die Ausrichtung der Forschungsaktivitäten auf die Bedürfnisse der Schweizer Bevölkerung leistet Agroscope einen Beitrag zur Produktion hochwertiger Nahrungsmittel und zur nachhaltigen Landwirtschaft. Neben der Analyse des Lebensmittelkonsums mittels Nutrigenomik (Vionnet, et al., 2019) untersuchen Forschende in weiteren Forschungsprojekten beispielsweise die Umweltwirkungen der Produktion und des Konsums verschiedener Lebensmittelkategorien (Poore & Nemecek, 2018).