Zum Wohl der Heidelerche

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In der Schweiz brüten nur noch etwa 250-300 Heidelerchenpaare. Etwa die Hälfte d

In der Schweiz brüten nur noch etwa 250-300 Heidelerchenpaare. Etwa die Hälfte davon lebt im Wallis. Rebberge sind ein wichtiger Lebensraum. Foto © Ralph Martin

Die Walliser Rebberge sind ein wichtiger Lebensraum für verschiedene, mittlerweile selten gewordene Vogelarten. Intensive Bewirtschaftungsformen führen allerdings dazu, dass diesen Arten zunehmend die Lebensgrundlage entzogen wird. Die Vogelwarte setzt sich dafür ein, dass sich die Heidelerche und die Zaunammer in den Rebbergen wieder wohl fühlen.

Sempach. - Die südexponierten, sonnendurchfluteten Hänge machen das Wallis zu einem idealen Weinanbaugebiet. Solche Rebberge sind auch die Heimat vieler Vogelarten, darunter die Heidelerche oder die Zaunammer. Beide Arten sind auf das Leben in warmen und trockenen Gegenden spezialisiert. Die Heidelerche schätzt es, wenn der Boden zwischen den Rebzeilen partiell begrünt ist, denn so findet sie ein reiches und gut zugängliches Insektenangebot. Die Zaunammer indes benötigt in ihrem Revier Sträucher und Bäume, welche sie zum Brüten sowie als Singwarten nutzt.

Doch in vielen Rebbergen sind Bäume, Sträucher und eine partielle Bodenbegrünung Mangelware. Vielmehr werden Rebberge heute oft intensiv bewirtschaftet: Die Bodenvegetation wird mit Herbiziden abgetötet, und wertvolle Kleinstrukturen wie Trockenmauern, Einzelsträucher und -bäume oder Niederhecken mussten zunehmend weichen. Das hat Spuren hinterlassen: Viele der spezialisierten Vogelarten der Rebberge mussten in den vergangenen Jahrzehnten das Feld räumen.

Seit 20 Jahren engagiert sich die Schweizerische Vogelwarte dafür, dass die Produktion von Wein im Wallis wieder vogelfreundlicher wird. In den Rebbergen von Chamoson-Leytron unterstützt ihre Walliser Aussenstelle die lokalen Winzer bei der vogelfreundlichen Begrünung der Böden und dem Anlegen von Kleinstrukturen. Alain Jacot, Leiter der Aussenstelle Wallis, betont: ,,Wir achten darauf, dass die Bodenbegrünung artenreich ist und gleichzeitig lückig bleibt. Dadurch fördern wir die Insektenvielfalt und damit auch die Heidelerche."

Das Anlegen von Strukturelementen ist eine weitere Massnahme, Vögel in Weinbaugebieten zu fördern. In den Rebbergen der Vernetzungsprojekte Chamoson-Leytron sowie Salgesch-Varen-Leuk konnte die Aussenstelle dank einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Vernetzungsprojekts sowie lokalen Winzern rund 2 000 Bäume und Sträucher pflanzen. So entstanden wieder mehr Nistplätze, beispielsweise für die Zaunammer.

20 Jahre Artenförderung im Wallis
Das Wallis ist mit einer vielfältigen Vogelwelt gesegnet, darunter auch mehrere andernorts in der Schweiz selten gewordene Arten. Aufgrund der Bedeutung des Südschweizer Bergkantons für die Schweizer Avifauna war es der Schweizerischen Vogelwarte ein Anliegen, der Vogelförderung vor Ort einen besonderen Stellenwert einzuräumen und dabei auf die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren zu setzen. Vor 20 Jahren gründete sie deshalb im Wallis die erste ihrer mittlerweile drei Aussenstellen. Die untenstehend zum Download verfügbare pdf-Datei der Medienmitteilung enthält eine Tabelle, welche einen Auszug der wichtigsten Förderungsmassnahmen und -projekte der Aussenstelle Wallis zeigt.