Das «klügere» Material gibt nach
Wer den Airbus-Superjumbo A380 Ende Januar in Zürich erstmals starten sah, weiss: Elegant ist anders. Scheinbar schwerelos hebt dagegen etwa ein Kranich ab: Um zu steuern, verändert er ständig die Geometrie seiner Flügel. Mit solch nachgiebigen Systemen wollen Forschende einst Flugzeugflügel konstruieren, die sich je nach Strömungswiderstand laufend verformen. Flavio Campanile, Leiter einer Forschungsgruppe in der Empa-Abteilung 'Mechanics for Modelling and Simulation', ist überzeugt, dass sich auch Flugzeuge anmutiger und vor allem ökonomischer bewegen könnten: 'Irgendwann lassen sich Flügel ohne Ruder, Klappen und Tausende von Einzelteilen konstruieren. Sie bestehen dann prinzipiell nur noch aus einem einzigen Teil, das sich laufend verformt.' Biomimetische - also der Natur nachempfundene - Flügel passen sich der Luftströmung perfekt an, sind energieeffizient und leicht. Um seine Ideen zu verwirklichen, entwickelt Ingenieur Campanile an der Empa und an der ETH so genannte nachgiebige Systeme (engl. 'compliant systems'). Zuerst als 'Einzelkämpfer', mittlerweile mit einer Gruppe von zwölf Mitarbeitern. Doch nicht allein das Fliegen beschäftigt den Forscher; er will mit den 'compliant systems' handfeste Probleme der Industrie lösen helfen. 'Überall, wo Maschinen eingesetzt werden, lässt sich mit nachgiebigen Strukturen etwas verbessern', ist Campanile überzeugt. Lösungen für die Industrie


