Multilaborstudien erhöhen Aussagekraft von Tierversuchen
Studien mit Tierversuchen beruhen meist auf Einzellaborstudien unter hoch standardisierten Bedingungen; eine Praxis, die weltweit in Fachbüchern und Kursen gelehrt wird. In einer neuen Studie im Fachmagazin PLOS Biology belegen Forschende der Universitäten Bern und Edinburgh, dass dieses Streben nach Homogenität oft Ergebnisse liefert, die nur unter ganz spezifischen Bedingungen gelten. Im Gegensatz dazu verbesserten Multilaborstudien, die auf Diversität setzen, die Aussagekraft und Reproduzierbarkeit von Tierversuchen erheblich und könnten damit helfen, die Zahl der Versuchstiere weiter zu reduzieren. Die Forschenden verwendeten Computer-Simulationen anhand von 440 präklinischen Studien zu 13 verschiedenen Versuchsbehandlungen für Hirnschlag, Herzinfarkt und Brustkrebs in Tiermodellen und verglichen die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse zwischen Einzellaborund Multilaborversuchen. Um Multilaborstudien zu simulieren, kombinierten die Forschenden Daten aus mehreren Einzelstudien, als wären diese gemeinsam durchgeführt worden. Dabei zeigte sich, dass die Ergebnisse von Einzellaborstudien sehr unterschiedlich ausfielen, während Multilaborstudien von zwei, drei oder vier Versuchslabors bei gleich grosser Gesamtstichprobe viel ähnlichere Ergebnisse lieferten und damit die Reproduzierbarkeit erheblich verbesserten. 'Unsere Studie zeigt, dass die Standardisierung von Tierversuchen eine wichtige Ursache manglender Reproduzierbarkeit darstellt, weil mit der Standardisierung relevante biologische Variation ausgeblendet wird', sagt Studienleiter Prof. Hanno Würbel von der Abteilung Tierschutz an der Universität Bern. Einzellaborstudien lieferten keine zuverlässige Schätzung



