Geschwindigkeit der Erwärmung oder Abkühlung der globalen Mitteltemperatur über die letzten 2000 Jahre. Rot dargestellt sind Zeiträume (jeweils über 51 Jahre), in denen die rekonstruierten Temperaturen zugenommen haben. In blau dargestellten Perioden nahmen die globalen Temperaturen ab. Die grüne Linie zeigt, dass die ohne menschlichen Einfluss maximal zu erwartenden Erwärmungsraten bei knapp 0,6 Grad pro Jahrhundert liegen. Klimamodelle (orange gestrichelte Linie) können diese natürliche Obergrenze sehr gut simulieren. Die momentane Erwärmungsgeschwindigkeit liegt mit mehr als 1,7 Grad pro Jahrhundert deutlich über diesen natürlich zu erwartenden Erwärmungsraten und über den Werten aller vorherigen Jahrhunderte. Instrumentelle Messungen seit 1850 (in schwarz) bestätigen diese Zahlen.
Im Unterschied zu vorindustriellen Klimaschwankungen erfolgt die gegenwärtige, vom Menschen verursachte Klimaerwärmung auf der ganzen Welt gleichzeitig. Zudem ist die Geschwindigkeit der globalen Erwärmung so gross wie nie seit mindestens 2000 Jahren. Das zeigen zwei Studien der Universität Bern. Viele Menschen machen sich von der 'Kleinen Eiszeit' (ca. 1300 bis 1850) ein klares Bild. Es ist geprägt von Gemälden, die Schlittschuh laufende Menschen auf holländischen Grachten zeigen oder Gletschern, die weit in die Alpentäler vorstossen. Dass es in Europa mehrere Jahrhunderte lang aussergewöhnlich kühl war, ist nicht nur durch historische Gemälde belegt, sondern auch durch eine Vielzahl von Temperaturrekonstruktionen etwa anhand von Baumringen. Weil es auch für Nordamerika solche Rekonstruktionen gibt, ging man bisher davon aus, dass es sich bei der 'Kleinen Eiszeit' oder der ebenso bekannten 'Mittelalterlichen Warmzeit' (ca. 700 - 1400) um weltweite Phänomene handelte.
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