CO2 verbarg sich während der Eiszeit im Ozean
Warum enthielt die Atmosphäre während der letzten Eiszeit vor 20'000 Jahren so wenig CO2? Warum stieg dieses an, als das Erdklima wieder wärmer wurde? Vorgänge im Ozean sind dafür verantwortlich, besagt eine Studie, die auf neu entwickelten Isotopenmessungen basiert. Ein internationales Forscherteam unter Berner Führung hat die Ergebnisse nun im Wissenschaftsjournal «Science» veröffentlicht. Die atmosphärische CO2-Konzentration während der letzten Eiszeit vor rund 20'000 Jahren war deutlich niedriger als in der nachfolgenden Warmperiode. Das zeigten Messungen an Eisbohrkernen aus der Antarktis bereits vor mehr als zwei Jahrzehnten. Anschliessend blickte ein internationales Team der Universitäten Bern und Grenoble sowie des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven sogar noch weiter zurück: Die Klimaforschenden fanden heraus, dass dieser enge Zusammenhang zwischen Kohlenstoffdioxid und Temperatur bereits über die letzten 800'000 Jahre bestand: mit niedrigen CO2-Konzentrationen während der Eiszeiten und höheren CO2-Werten in den Warmzeiten. Nun gingen sie einer schon lange offenen Frage nach: Wo verbarg sich das Kohlenstoffdioxid während der Eiszeiten - und wie gelangte es am Ende der Eiszeit wieder in die Atmosphäre? 'Wir konnten Vorgänge im Ozean identifizieren, die mit den beobachteten CO2-Anstiegen in Verbindung stehen', sagt Jochen Schmitt, Erstautor der nun veröffentlichten Studie und Forscher am Oeschger-Zentrum für Klimaforschung der Universität Bern.


