Les mouches ne voient plus que le bleu
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Eine Sinneszelle - ein Signal. Damit diese grundlegende Ordnung gewährleistet wird, müssen Zellen darauf achten, jeweils nur einen Rezeptor herzustellen. Einen bisher unbekannten Mechanismus dafür fanden Forschende bei Fruchtfliegenaugen. Die Erkenntnisse könnten weit über die Hirnforschung hinaus von Nutzen sein. Betrachten wir ein Bild, prasselt eine grosse Zahl von Sinneseindrücken auf unser Hirn ein. Damit dabei kein Durcheinander entsteht, darf jede Sinneszelle nur ein einzelnes Signal wahrnehmen und weiterleiten. Diese Spezialisierung der Zellen darf im Verlaufe des Lebens auch nicht plötzlich geändert werden. Simon Sprecher der Universität Freiburg, hat bei den Augen der Fruchtfliege (Drosophila melanogaster) einen unerwarteten Mechanismus entdeckt, der erklärt, wie diese Spezialisierung aufrecht erhalten wird. Die Entdeckung könnte sowohl die Hirnforschung, als auch die Krebsforschung inspirieren. Wenn sich Zellen teilen und der Körper wächst, müssen sich auch die Sehzellen entscheiden, welche Farbe sie bis zu ihrem Tode wahrnehmen werden. Bis jetzt ging man davon aus, dass das Schicksal einer Zelle immer von so genannten Schaltergenen festgelegt wird. Sprecher und seine Kollegen widerlegten nun dieses Dogma. In den grünen Sehzellen der Fruchtfliege sind es nicht die Schaltergene, sondern der Lichtrezeptor selbst, der die Erhaltung der Spezialisierung sicherstellt - eine überraschende Zusatzfunktion für den Rezeptor. Der Lichtrezeptor für grünes Licht (Rhodopsin 6) unterdrückt dabei das Gen für den Lichtrezeptor für blaues Licht (Rhodopsin 5). Lichtrezeptoren sind Proteine in den Sehzellen, die beim Einfall von Licht ein Signal auslösen, das schliesslich in elektrischer Form ans Hirn weitergeleitet wird. Ohne Grün sehn Fliegen blau




