Abrechnung des Kellermeisters der Kirche Notre Dame in Beaune (Frankreich). Das Dokument gibt das Datum der Weinlese in den Rebbergen des Domkapitels nach Parzellen an. Aufgeführt sind die Lohnkosten pro Parzelle und Tag. Quelle: Archives Départementales de la Côte d’Or, 2918/126, Thomas Labbé.
Seit gut 30 Jahren beginnt die Weinlese im Burgund durchschnittlich 13 Tage früher als in den vorangehenden sechs Jahrhunderten. Dies zeigt eine soeben veröffentliche Datenreihe zur Traubenernte der vergangenen 664 Jahre. Die historischen Aufzeichnungen wurden unter anderem an der Universität Bern ausgewertet. Wann genau in den Rebbergen die Weinlese einsetzt, interessiert nicht nur Winzerinnen und Weinliebhaber. Die Daten zur Traubenernte sind auch für die Klimaforschung hochinteressant. Der Grund: Der Beginn der Ernte lässt sich als sogenannter Klimaproxy nutzen, also als indirekten Anzeiger der Veränderung, der in natürlichen Archiven wie Baumringen, Eisbohrkernen und Korallen aufgezeichnet ist - oder aber in historischen Dokumenten wie etwa zur Weinlese. Trauben eigenen sich besonders gut für einen Blick in die Klimavergangenheit, da sie sehr empfindlich auf Temperatur und Regen reagieren.
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