Die Physik geht der Desinformation auf den Grund
Eine aktuelle Studie zeigt, wie die Methoden der komplexen Systemphysik auf das Problem der Desinformation im Internetzeitalter angewendet werden. Diese Forschung der Universität Freiburg zeigt, wie in einem System, in dem es viele Informationsquellen gibt, auf natürliche Weise falsche Meinungen entstehen können. Manchmal informieren wir uns sehr umfassend, um uns eine Meinung über eine Sache zu bilden. Dies wäre aber in aller Regel viel zu aufwändig, weshalb wir uns zumeist auf Meinungsquellen stützen, die wir als zuverlässig erachten. Ist diese Methode robust? Wie reagiert sie auf Desinformationen? Genau diese Fragen stellte sich Matúš Medo, Physiker und Spezialist für komplexe Systeme an der Universität Freiburg. 'Alles begann mit einem persönlichen Erlebnis', erklärt er. 'Ich las Informationen über die Geschehnisse in Venezuela und fragte mich, für welche Seite ich Partei ergreifen würde - für die Demonstranten oder die Regierung.' Wie die meisten von uns nahm sich Matúš Medo nicht genügend Zeit, um sich nuanciert über die Vorgeschichte und die verschiedenen Aspekte der Situation zu informieren. Er bildete sich seine Meinung anhand von Stellungnahmen anderer Akteure, unter anderem von verschiedenen Staaten. 'Ich stellte fest, dass die Länder, denen ich vertraute, die eine Partei unterstützten, und umgekehrt. Daran orientierte ich mich.' Eine anfällige Methode im Internetzeitalter


