Die Universität Bern plant Sparmassnahmen zur Sicherung der Zukunft

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Die Universität Bern plant Sparmassnahmen zur Sicherung der Zukunft

Die Universität Bern sieht sich aufgrund eines immer grösser werdenden Defizits gezwungen, Sparmassnahmen zu ergreifen. Diese Massnahmen sind notwendig, um die finanzielle Stabilität der Universität zu gewährleisten und ihre langfristige Leistungsfähigkeit zu sichern. Die geplanten Einsparungen werden ab 2026 durch eine Kurzung des Grundmittelbudgets um zwei Prozent erfolgen. Weitere Massnahmen ab 2027 sind in Prüfung.

Damit die Universität den Leistungsauftrag des Kantons und folglich ihr Wirken zugunsten der Gesellschaft und der Region Bern auch langfristig ohne Qualitätseinbussen erfüllen kann, ist sie auf eine stabile und ausgeglichene Finanzierung angewiesen. Die Grundmittel hierfür stammen zu rund einem Drittel aus einem jährlichen Staatsbeitrag des Trägerkantons Bern, die restlichen zwei Drittel werden aus Beiträgen des Bundes, Beiträgen der anderen Kantone gemäss Interkantonaler Universitätsvereinbarung sowie aus den Studiengebühren finanziert.

Die Universität weist bekanntlich seit einigen Jahren ein Defizit auf; im Jahr 2025 wird nun ein Fehlbetrag von bis zu 55 Millionen Franken erwartet. Hierbei spielen die Teuerung, Lohnmassnahmen im Kanton Bern, wachsende Studierendenzahlen und gestiegene Anforderungen an einen international kompetitiven Wissenschaftsbetrieb eine wesentliche Rolle. Insbesondere seit dem allgemeinen Teuerungsschub von 2022 bis 2024 hielt der Beitrag des Kantons mit diesen Parametern nicht Schritt. Die Universität anerkennt diese Anstrengungen des Kantons zugunsten stabiler Hochschulfinanzen, insbesondere die Erhöhung des Staatsbeitrages 2025 um vier Prozent. Da aber gemäss aktuellem Budget für 2026 sowie dem Aufgabenund Finanzplan des Kantons für die darauffolgenden Jahre noch offen ist, inwiefern diese Anstrengungen konsolidiert werden können, sieht sich die Universitätsleitung in der Verantwortung konkrete Sparmassnahmen zu beschliessen.

Massnahmen zur Kostensenkung

’Die Universität Bern will im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihren Beitrag leisten und Verantwortung übernehmen’, erklärt Virginia Richter, Rektorin der Universität. Nur so könne die Universität, mit weiterer Unterstützung des Kantons, ihre Handlungsfähigkeit gewährleisten und ihre Aufgaben gemäss dem kantonalen Leistungsauftrag erfüllen.

’Konkret hat die Universität vorerst die Reduzierung des Grundmittelbudgets um zwei Prozent ab 2026 beschlossen, was Einsparungen von rund 15 Millionen pro Jahr entspricht’, erklärt die Rektorin weiter. ’Zusätzliche Massnahmen ab 2027 werden derzeit geprüft.’

Umsetzung und Verantwortlichkeiten

Die Umsetzung der Sparmassnahmen erfordert eine enge Zusammenarbeit innerhalb der Universität. Sie betreffen gleichermassen alle Fakultäten und Forschungszentren sowie den Zentralbereich mit dem Rektorat, den Vizerektoraten und der Verwaltungsdirektion. Die Dekaninnen und Dekane sind für die Umsetzung der Sparvorgabe in ihren jeweiligen Fakultäten verantwortlich, die Mitglieder der Universitätsleitung für den Zentralbereich.

Die Universität ist bestrebt, die Auswirkungen der Sparmassnahmen auf die Mitarbeitenden so gering wie möglich zu halten. Sie ist sich bewusst, dass in vielen Bereichen bereits jetzt eine angespannte Situation vorliegt. Es sind jedoch Anstrengungen in allen Bereichen nötig, um die Massnahmen umzusetzen.

Es ist auf jeden Fall gewährleistet, dass alle Studierenden ihr Studium in den bereits laufenden Studiengängen abschliessen können.

Die Universität Bern hält weiterhin an ihrer Mission fest, Wissen zu fördern und gesellschaftlich relevante Forschung zu betreiben.