Wie sprechen die «kleinen Leuten», wenn sie in der Öffentlichkeit das Wort ergreifen? Lorenza Mondada und Sara Keel haben das mithilfe einer multimedialen Konversationsanalyse untersucht. (Bild: Universität Basel, Oliver Hochstrasser)
Die Linguistinnen Lorenza Mondada und Sara Keel untersuchen am Fachbereich Französische Sprachwissenschaft, wie Menschen in Gruppen sprechen und wie sie sich verhalten. Anhand von Filmaufnahmen von Versammlungen zeigen sie: Demokratie basiert auf menschlicher Interaktion. Wenn die 'hohen Tiere' sprechen, sind alle Kameras auf sie gerichtet. Eilig kommentieren Journalisten, wie sie gekleidet sind, wie sie gestikulieren, wie das Publikum auf sie reagiert, oftmals analysieren später dann noch Wissenschaftler ihre Auftritte. Doch was passiert, wenn die 'kleinen Leute' das Wort ergreifen? Dieser in der Forschung lange vernachlässigten Frage widmete sich das Team von Professorin Lorenza Mondada im Nationalfondsprojekt 'Speaking in public: Social interactions within large groups', das die Sprachwissenschaftlerinnen kürzlich abgeschlossen haben. Dabei richteten sie den Fokus auf die Interaktion der Teilnehmer an partizipatorisch organisierten Quartiergesprächen, Pressekonferenzen oder Demonstrationen. 'Wir haben gezeigt, dass solche Versammlungen den ‹petites gens›, den ‹kleinen Leuten›, die Gelegenheit bieten, das Wort zu ergreifen', sagt Mondada.
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