Ei des Kleinen Kohlweisslings: Junge Weibchen suchen für die Eiablage gezielt Pflanzen auf, die ihrer Larvenerfahrung und der ihrer Eltern entsprechen. (Foto: Gebhard Müller)
Am Beispiel einer Schmetterlingsart konnten Forscher vom Departement Umweltwissenschaften der Universität Basel zeigen, wie Insekten ihre Nachkommen an sich ändernde Umweltbedingungen anpassen. Der im Journal «Ecology» publizierte Artikel zeigt, dass Weibchen ihrer Brut die eigene Erfahrung vermitteln, auch wenn diese nicht unbedingt ideal war. Diese schnelle Anpassung hat grosse Auswirkungen auf unser Verständnis der Artenbildung bei Insekten. In ihrer Studie bestätigten die Forscher um Prof. Andreas Erhardt zum einen ihre früheren Ergebnisse, die zeigten, dass die Elterngeneration von Schmetterlingen ihren Nachwuchs auf die Futterpflanzen-Qualität ihrer eigenen Larvenerfahrung konditionieren kann. Zum anderen konnten sie zum ersten Mal nachweisen, dass die Weibchen dieser Nachkommen ihr Eiablageverhalten ändern und ihre Eier bevorzugt auf denjenigen Pflanzen ablegen, auf denen sie sich einst selbst entwickelt hatten. Die Basler Umweltwissenschaftler zeigten, dass die jungen Weibchen des Kleinen Kohlweisslings (Pieris rapae) für die Eiablage gezielter als ihre Eltern Pflanzen aufsuchten, die ihrer Larvenerfahrung (und der ihrer Eltern) entsprachen, und konnten damit den adaptiven Prozess belegen. In ihrer Untersuchung verwendeten sie Kopfkohl als Wirtspflanze, der entweder mit einer hohen oder einer niedrigen Menge an Stickstoff versetzt wurde, wobei Stickstoff-Düngung die Entwicklung von Schmetterlingslarven begünstigt.
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