Faible efficacité des impôts environnementaux

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Faible efficacité des impôts environnementaux

Wie effizient sind Umweltsteuern? Mit dieser Frage setzte sich eine Studie auseinander. Sie zeigt auf, dass nur eine einzige Umweltsteuer als effizient bezeichnet werden kann – die Steuer auf Plastiksäcken in Irland.

Die Umweltsteuer gehört zu den Instrumenten der Wirtschaft, die zur Reduktion der Umweltbelastung beitragen sollen. Charakteristisch für die Steuer ist, dass deren Bezahlung an den Staat an keine dafür geleistete Dienstleistung und keine spätere Rückerstattung gekoppelt ist und gerade dadurch einen Anreiz für eine umweltgerechtes Verhalten schaffen soll, wie beispielsweise die CO2-Abgabe.

Sandra Daguet analysiert in ihrer Doktorarbeit Environmental Taxes: Institutions, Implementation and the Use of Revenues die Umsetzung von rund zehn verschiedenen Umweltsteuern und deren Effizienz auf dem europäischen Kontinent. Die Schlussfolgerung ist deutlich: Nur eine einzige Umweltsteuer kann als effizient bezeichnet werden – die Steuer auf Plastiksäcken in Irland. Diese scheint von der Bevölkerung gut akzeptiert zu sein, da sie dem Verbraucher die Möglichkeit lässt, entweder einen teuren Plastiksack zu kaufen oder als Alternative auf den Papier- oder Stoffsack auszuweichen.

Gemäss Sandra Daguet soll die ernüchternde Schlussfolgerung aber keineswegs die Grundidee der Umweltsteuer in Frage stellen: «Die Schwierigkeit liegt in der Umsetzung eines theoretisch vielversprechenden Instruments der Wirtschaft im Rahmen eines sehr komplexen politischen Systems.»

Am Puls der Zeit

Die offensichtliche Divergenz zwischen Theorie und Praxis der Umweltsteuer hat Sandra Daguet dazu veranlasst, nach den Gründen zu suchen und dafür nicht nur die theoretischen Modelle zu analysieren. Daguets interdisziplinäre Doktorarbeit vereint Elemente aus der Ökonomie sowie aus den Rechts- und Politikwissenschaften und basiert auf einer Analyse konkreter Fälle. Die Forscherin konnte so belegen, dass die Theorie in der Praxis in erster Linie aufgrund starker institutioneller Einschränkungen nicht aufgeht – sowohl in der Schweiz wie auch im restlichen Europa. Das politische System, der Aktivismus bestimmter Gruppierungen, der Föderalismus sowie die Resistenz von Seiten der Bevölkerung und der betroffenen Unternehmen erklären zu einem grossen Teil den Misserfolg bei der Umsetzung der Umweltsteuer, die in der Praxis häufig ineffizient ist aufgrund der grossen Anzahl von Steuerbefreiungen und zu tief angelegten Steuersätzen.

Die Doktorarbeit von Sandra Daguet trifft den Kern aktueller Debatten – man denke an das Kyoto-Protokoll – und liefert den Umweltpolitikern neue Denkansätze. Die Ökonomin ist überzeugt: «Entweder muss die Politik den Mut haben, eine ausreichend hoch angesetzte Umweltsteuer einzuführen, die eine breite Basis betrifft, damit die Steuer tatsächlich Auswirkungen zeigt – oder man muss sich alternative Instrumente zur Reduktion der Umweltbelastung überlegen».