Evolution: Zuvorderst stehen hat Vorteile
Eine gross angelegte internationale Genealogie-Studie in einer kürzlich besiedelten Region von Quebec zeigt, dass Vorläufer am Rande einer Kolonisierungswelle einen selektiven Vorteil hatten: ihre Gene sind heute vorherrschend in der ganzen Population zu finden. Ähnliche Abläufe dürften sich auch in anderen Regionen auf der Erde abgespielt haben - damit dürften Ausbreitungen eine wesentliche Rolle in der Evolution des Menschen gespielt haben. Die meisten Bevölkerungsgruppen sind das Ergebnis einer Serie von Ausbreitungen, die seit der Zeit als der Mensch vor etwa 50'000 Jahren den afrikanischen Kontinent verliess, um den Rest der Welt zu besiedeln, stattgefunden haben. Wie aber haben diese Vorgänge die heutige Bevölkerungsvielfalt beeinflusst? Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Damian Labuda an der Universität von Montreal, von Hélène Vézina von der Université du Québec à Chicoutimi (UQAC) und von Laurent Excoffier von der Universität Bern und dem SIB Schweizerischen Institut für Bioinformatik hat die Auswirkungen rascher territorialer und demografischer Ausbreitung auf die jüngere Evolution des Menschen untersucht. Mit Hilfe von Stammbaumaufzeichnungen von mehr als einer Million Individuen in einer kürzlich besiedelten Region von Quebec zeigen sie, dass Vorläufer am Rande einer Kolonisierungswelle einen selektiven Vorteil hatten, so dass deren Gene heute vorherrschend in der ganzen Population zu finden sind. Ähnliche Abläufe dürften sich auch in anderen Regionen auf der Erde abgespielt haben, und damit kommt die Studie zu dem Schluss, dass Ausbreitungen eine wesentliche Rolle in der Evolution des Menschen gespielt haben.




