Eine Studie der Universität Genf zeigt, dass die Reduzierung der abendlichen Smartphone-Nutzung den Schlaf von Teenagern deutlich erhöht und ihre schulischen Leistungen verbessert.

Der Schlaf spielt eine entscheidende Rolle für kognitive und emotionale Funktionen. Er ist an der Konsolidierung des Gedächtnisses, der Wachsamkeit und der emotionalen Stabilität beteiligt. Ein guter Schlaf beugt auch dem frühzeitigen Auftreten von psychiatrischen Störungen wie Angstzuständen oder Depressionen vor. Dennoch schlafen Teenager immer weniger, oft weit unter den 8 bis 10 Stunden Schlaf, die von derAmerican Academy of Sleep Medicine (AASM), der weltweiten Referenz für Schlafmedizin, für ihr Alter empfohlen werden.
Im Durchschnitt beträgt der Schlafgewinn 40 Minuten pro Nacht.
Laut einer Studie von Unisanté (Lausanne) verbrachten 2020 in der Schweiz zwölfmal so viele 14-Jährige wie 2012 mehr als vier Stunden pro Tag vor einem Bildschirm. Diese übermässige Belastung wirkt sich negativ auf die Dauer und Qualität des Schlafs aus. Bildschirme verschieben die Schlafenszeit, indem sie wertvolle Zeit beanspruchen, aber auch Aufmerksamkeit und Emotionen stimulieren und das Einschlafen verzögern. Während die Anwesenheit von Bildschirmen im Schlafzimmer als erschwerender Faktor anerkannt ist, haben bislang nur wenige Studien die Auswirkungen spezifischer elterlicher Regeln auf den Schlaf untersucht.
Strenge Regeln sind am effektivsten
Das Team der Universität Genf analysierte die Antworten von 329 Schülerinnen und Schülern im Alter von 13 bis 15 Jahren. Sie mussten einen Fragebogen über ihre Schlafgewohnheiten und die von ihren Eltern aufgestellten Regeln zur Nutzung von Bildschirmen ausfüllen. Es zeigte sich, dass Schüler mit den strengsten Regeln - kein Telefon im Zimmer und keine Nutzung am Abend - signifikant länger schliefen. Im Durchschnitt betrug der Schlafgewinn 40 Minuten pro Nacht.das ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass diese Altersgruppe etwa 9 Stunden Schlaf braucht und oft nur 7 bis 8 Stunden schläft. Jede Woche bedeuten diese 40 Minuten fast eine Nacht mehr Schlaf’, betont Virginie Sterpenich, Forscherin an der Abteilung für grundlegende Neurowissenschaften der medizinischen Fakultät der Universität Genf, die die Studie leitete. Andere Arten von Einschränkungen, wie die Begrenzung der täglichen Bildschirmzeit oder die Festlegung einer bestimmten Schlafenszeit, zeigten keine signifikante Wirkung auf die Schlafdauer.
Vielfältige Vorteile
Die Studie beschränkt sich nicht nur auf die Schlafdauer. Sie zeigt auch, dass Jugendliche, die mehr schlafen, bessere schulische Leistungen erbringen. ’Den Eltern kommt also eine Schlüsselrolle zu. Ihr Engagement hat einen direkten Einfluss auf die Gesundheit und den Erfolg ihrer Kinder. Sie müssen in dieser Hinsicht ermutigt werden. Dieser Rahmen muss vor dem Alter von 15 Jahren festgelegt werden, denn darüber hinaus sind schlechte Gewohnheiten schwerer zu korrigieren’, erklärt Kevin Mammeri, Doktorand an der Abteilung für grundlegende Neurowissenschaften und Erstautor der Studie.Der nächste Schritt, der in den Schulen bereits läuft, besteht darin, den Schülern, deren Schlaf beeinträchtigt ist, Sensibilisierungsworkshops und konkrete Hilfsmittel anzubieten. viele bleiben mit ihrem Telefon in ihrem Bett, ohne klar zwischen dem Ort, an dem man schläft, und dem, an dem man in Netzwerken surft, zu unterscheiden", bemerkt Virginie Sterpenich. diese Gewohnheit zu ändern, wäre ein guter Schritt in Richtung gesunder Schlaf.


