Tobias Senn hat die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte ins Baselbiet erforscht - unter anderem an Quellen im Staatsarchiv Basel-Landschaft, wo diese Aufnahme entstanden ist. (Bild: Universität Basel, Florian Moritz)
Der Historiker Dr. Tobias Senn hat in seiner Dissertation die Schweizer Arbeitsmigrationspolitik zwischen 1945 und 1975 untersucht. Im Interview spricht er über ihre Umsetzung im Baselbiet, wo man sich in der Nachkriegszeit als 'Entwicklungskanton par excellence' verstand und auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen war. Tobias Senn, ist die Debatte um Migration in der Schweiz zurzeit besonders heftig oder war das Thema bereits in der Nachkriegszeit ein heisses Eisen? Nach dem Zweiten Weltkrieg war Migration in der Schweiz zunächst kaum ein öffentliches Thema. Es ging in dieser Phase der Hochkonjunktur schlicht um die Beschaffung der dringend benötigten Arbeitskräfte. Im Laufe der 1960er Jahre regte sich Widerstand gegen die Zuwanderung und es entwickelte sich eine Abwehrhaltung gegen die 'überfremdung'. Kristallisationspunkt war die Schwarzenbach-Initiative von 1970, als die Zuwanderung äusserst intensiv und kontrovers diskutiert wurde. Diese Debatte lässt sich in ihrer Heftigkeit sicher mit heute vergleichen, zumal es in jüngster Zeit wiederum Volksabstimmungen wie die Masseneinwanderungsinitiative waren, die das Thema Migration befeuerten.
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