Jasmonatarmer Tabak ist für Säugetiere ein gefundenes Fressen

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Eine Taschenratte (Geomiydae) zieht den Stengel einer Tabakpflanze in ihr Nest.
Eine Taschenratte (Geomiydae) zieht den Stengel einer Tabakpflanze in ihr Nest. In der Natur sind die Pflanzen durch das Nervengift Nicotin gegen pflanzenfressende Säugetiere bestens geschützt. Fehlen ihnen die Steuerungshormone für die Nicotinproduktion, sind sie auf einmal auf der Speisekarte vieler Säuger zu finden, wie Experimente mit genetisch veränderten Pflanzen zeigten. Foto: Arne Weinhold, Max-Planck-Institut für chemische Ökologie.
Tabakpflanzen, denen die Steuerungshormone für die Produktion des Nervengiftes Nicotin fehlen, werden zum Leckerbissen für Kaninchen und andere Säugetiere. Der Kojotentabak Nicotiana attenuata bildet ein starkes Nervengift: Nicotin. Die Nicotinproduktion wird durch Jasmonate, pflanzliche Hormone, je nach Bedarf oder Befall gesteuert. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, der Universität Bern und der Washington State University konnten nun zeigen, wie wichtig diese Hormone für das Überleben der Pflanzen in der Natur sind, wenn sie von Säugetieren angefressen werden. Pflanzen, die aufgrund einer genetischen Veränderung einen Jasmonat-Mangel aufwiesen, wurden sowohl von Insekten als auch von Wirbeltieren stärker attackiert. Während sich Insektenbefall jedoch kaum auf die Blütenbildung auswirkte, befallene Pflanzen also trotzdem ausreichend Samen bilden konnten, schädigten gefrässige Säugetiere die pflanzliche Reproduktionsfähigkeit nachhaltig. Dabei spielte das Nicotin als Abwehr gegen Säugetiere eine entscheidende Rolle.
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