Eine von den Forschenden datierte Gesteinsprobe: Der Quarzit wurde in etwa 60 bis 80 km Tiefe am Plattenrand gebildet. (Bild: Martin Engi)
Wenn tektonische Platten der Erdkruste aufeinanderprallen, wirken ungeheure Kräfte - Erdbeben, Vulkanismus und Tsunamis zeugen davon. Ein Geologenteam hat nun zum ersten Mal an Gesteinsproben aus den Westalpen bestätigt, was bisher graue Theorie war: die so genannte Jo-Jo-Subduktion. Riesige Energien sind im Spiel, wenn sich auf dem zähflüssigen Erdmantel eine tektonische Platte unter eine andere schiebt und zum Beispiel ein Gebirge auftürmt. Was in einer solchen Subduktionszone im Erdinnern unter extremen Druck- und Temperaturbedingungen passiert, kann nicht direkt beobachtet werden. Um den Prozess dennoch zu verstehen, kombinieren Forschende feldgeologische und geophysikalische Untersuchungen mit Modellrechnungen. 'Bei einer Subduktion entsteht eine Art Knautschzone, in der gewisse Krustenfragmente nach oben gequetscht werden', erklärt Martin Engi, Geologe an der Universität Bern. Durch Stapelung solcher Krustenteile entstehen Gebirgskerne wie etwa in den Zentralalpen oder im Himalaya.
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