Verborgene Schneckenhügel bezeugen frühe Besiedlung des bolivianischen Amazonas durch Menschen
Bisher unbekannte archäologische Fundstellen in Waldinseln belegen eine Präsenz von Menschen im westlichen Amazonas schon vor gut 10'000 Jahren, weitaus früher als bisher angenommen. Umberto Lombardo vom Geographischen Institut der Universität Bern und Kollegen aus Bonn, Pittsburgh (USA) und Wollongong (Australien) stellten ihre Forschungsergebnisse heute in der open access Zeitschrift PLOS ONE vor. Die Studie beschäftigt sich mit einer Region im bolivianischen Amazonas, von der man bisher annahm, dass sie wegen ungünstiger Umweltbedingungen kaum von Jäger und Sammler-Gesellschaften besiedelt worden war. Hunderte von 'Waldinseln' - kleine bewaldete Hügel aus Erdreich - sind in dieser Region zu finden. Ihre Entstehung wurde bisher Termiten, Schnecken fressenden Greifvögeln, Erosion, oder früher menschlicher Aktivität zugeschrieben. In ihrer Studie berichten die Autoren nun, dass drei dieser Hügel vermutlich aus Abfallhaufen aus Schalen von Wasserschnecken bestehen, die Siedler im frühen Holozän vor ungefähr 10'400 Jahren zurückgelassen haben. Bodenproben aus drei Hügeln bestanden hauptsächlich aus Schalenresten von Süsswasserschnecken, Tierknochen und Holzkohlen.


