Christophe Schneble (Foto: Universität Basel, Florian Moritz)
Christophe Schneble (Foto: Universität Basel, Florian Moritz) - Wer ein Smartphone besitzt, soziale Medien nutzt oder ein smartes Auto fährt, gibt ungewollt viel von sich preis. Auch Daten, die heute noch wenig heikel erscheinen, könnten künftig ungeahnte Rückschlüsse auf die Gesundheit erlauben, wie Ethiker Christophe Schneble vom Institut für Biound Medizinethik der Universität Basel im Interview erklärt. Herr Schneble, Sie erforschen ethische Fragen rund um indirekte, abgeleitete und unsichtbare Gesundheitsdaten. Was ist damit gemeint? Bei Gesundheitsdaten denkt man in der Regel an digitalisierte Patientendaten, die direkte Informationen über den Gesundheitszustand einer Person beinhalten. Mit ständig wachsenden Datenmengen aller Art und ihrer zunehmenden Verknüpfung können aber auch scheinbar wenig heikle Daten plötzlich Rückschlüsse auf die Gesundheit und Erkrankungsrisiken einer Person zulassen. Beispielsweise lässt sich aus Ortungsdaten des Smartphones in Kombination mit Umweltdaten ein Risiko für Atemwegserkrankungen ableiten, wenn man sich häufig an Orten mit viel Verkehr und hoher Feinstaubbelastung aufhält. Das wären also abgeleitete Gesundheitsdaten.
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