«Inklusive Sprache kenne ich nicht gut - aber ich kann sie nicht ausstehen!»
Dass inklusive Sprache die öffentliche Meinung polarisiert, ist bekannt. Nicht immer klar ist hingegen, warum genau ihre Anwendung mit Argwohn betrachtet wird. Eine wegweisende Studie der Einheit Psycholinguistik der Universität Freiburg stellte die Hypothese auf, dass sich die starken Vorbehalte gegenüber einer inklusiven Schreibweise durch mangelnde Kenntnis darüber erklären lassen. Und das scheint auch tatsächlich zu stimmen. Mit einer inklusiven Schreibweise - écriture inclusive - wird bezweckt, die französische Sprache mithilfe von Feminisierungsund Neutralisierungsstrategien zu entmännlichen. Ziel ist es, alle Geschlechter besser sichtbar zu machen und inklusiver zu behandeln und die Dominanz des Maskulinums in der französischen Sprache infrage zu stellen. Die heftige öffentliche Kontroverse, die dieses Werkzeug umgibt, ist allerdings allgegenwärtig - sowohl in den Medien als auch in politischen Debatten - und stösst in der Schweiz wie in anderen französischsprachigen Regionen entweder auf erbitterten Widerstand oder auf klare Zustimmung.
