
Wissenschaftler des Institute of Oncology Research und des Institute for Research in Biomedicine, die beide der USI angehören, berichten in Cell Reports über die Entdeckung der ersten Medikamente, die FOXA1 und FOXA2 hemmen - zwei Hauptgenregulatoren, die die Identität und das Wachstum von Krebszellen bei Prostatakrebs steuern. Die Studie offenbart eine neue therapeutische Schwachstelle sowohl bei frühen als auch bei fortgeschrittenen Formen der Krankheit.
Hauptregulatoren für das Fortschreiten von Prostatakrebs
Das Wachstum von Prostatakrebs wird in erster Linie durch den Androgenrezeptor (AR) gesteuert, einen Signalweg, der die Tumorentwicklung fördert und heute das wichtigste therapeutische Ziel darstellt. Die Transkriptionsfaktoren FOXA1 und FOXA2 fungieren als "Genschalter", die steuern, wie Krebszellen auf die AR-Signalübertragung reagieren. Während FOXA1 die AR-abhängige Form der Krankheit unterstützt, übernimmt FOXA2 die Kontrolle bei fortgeschrittenen, behandlungsresistenten Krebsarten, die nicht mehr auf die AR-Aktivität angewiesen sind.
Die Blockierung beider Faktoren stoppt das Wachstum der Krebszellen
Das Forscherteam entdeckte, dass FOXA1 und FOXA2 zusammenarbeiten können, um die Vermehrung von Krebszellen auch ohne AR-Signalisierung aufrechtzuerhalten. Wenn beide gehemmt werden - entweder durch genetische Unterdrückung oder durch neue chemische Hemmstoffe - verlieren Krebszellen ihre Abstammungsidentität und hören auf, sich zu teilen. Dieser Befund weist auf eine gemeinsame molekulare Schwäche der verschiedenen Prostatakrebs-Subtypen hin.
Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten für fortgeschrittenen Prostatakrebs
Die Entwicklung dieser ersten Inhibitoren ihrer Klasse stellt einen Durchbruch bei der gezielten Behandlung von Transkriptionsfaktoren dar, die lange Zeit als "unbehandelbar" galten. Durch die Blockierung von FOXA1 und FOXA2 öffnen die Forscher die Tür zu Therapien, von denen sowohl Patienten mit hormonsensitivem als auch mit resistentem Prostatakrebs profitieren könnten. Die Studie schafft einen neuen konzeptionellen Rahmen für die Behandlung von linearplastischen Krebsarten durch Unterbrechung ihrer zentralen Genregulationsnetze.
Referenz:
Die Ausrichtung auf FOXA1 und FOXA2 unterbricht das linienspezifische onkogene Produktionsprogramm bei Prostatakrebs. Nicola Formaggio, Jacopo Sgrignani, Gayathri Thillaiyampalam, Claudio Lorenzi, Giada A. Cassamagnago, Marco Coazzoli, Federico Costanzo, Yanick Uebelhart, Daniela Bossi, Diego Camuzi Cassiano, Andrea Rinaldi, Matteo Pecoraro, Roger Geiger, Raffaella Santoro, Marco Bolis, Andrea Cavalli, Jean-Philippe Theurillat. Veröffentlicht in Cell Reports.




