Muttermilch tut der Lunge gut
Im Vergleich zu Kindern, die keine Muttermilch erhalten haben, weisen Kinder, die während vier Monaten oder länger an der Brust gestillt worden sind, bessere Lungenfunktionswerte im Schulalter auf. Eigentlich ist es einfach: Stillen hat viele Vorteile für die Neugeborenen, für die Frauen und für die Gesellschaft. Doch vor einigen Jahren sind Daten aus den USA erschienen, die nahelegten, dass Kinder von stillenden asthmakranken Mütter einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, später selber an Asthma zu erkranken. Sollten Mütter mit Asthma ihre Kinder also besser nicht stillen? Nun entkräftet eine Forschungsgruppe der Universität Bern diese Bedenken. Die Forschenden haben umfassende Gesundheitsdaten von 1458 Schulkindern aus Grossbritannien ausgewertet und schliessen in ihrer soeben veröffentlichten Untersuchung, dass auch die Milch von Müttern mit Asthma - auf bisher noch unbekannte Weise - die Durchgängigkeit der Atemwege der Kinder günstig beeinflusst. Bei längerem Stillen entwickeln sich grössere Lungen. Bei den 273 Kindern, deren Mütter an Asthma leiden, zeigt sich sogar, dass sich das Stillen nicht nur auf die Freiheit des Atmens, sondern auch auf die Grösse der Lunge auswirken könnte: Die Kinder hatten im Schnitt ein umso grösseres Atemzugvolumen, je länger sie gestillt wurden.



